Funkelndes Kleinod

Haydns Oratorium «Il ritorno di Tobia» in einer fesselnden Aufnahme mit Ivor Bolton, dem Mozarteumorchester Salzburg und exzellenten Gesangssolisten

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Die Güte Gottes? Scheint unermesslich. Zumindest in dieser Geschichte aus dem ersten Buch Mose, die mit größtmöglicher Empathie das Schicksal einer jüdischen Familie schildert. Deren Oberhaupt, der greise Tobit, gerät, weil er tote Israeliten bestattet, mit den herrschenden Assyrern in Ninive aneinander und erblindet. Auch Sara, die Tochter eines Verwandten, leidet: Sieben Verlobte hat der Dämon Aschmodai ihr bereits geraubt, einfach so. Doch der Glaube ist größer als der Jammer.

Und als dann, stellvertretend für den Herrn, auch noch der Engel Rafaël (in verwandelter Gestalt) helfend hinzutritt, wendet sich das Blatt. Sämtliche Dämonen werden vertrieben, Tobit erlangt sein Augenlicht zurück (und entschläft sehr friedlich im Alter von entweder 112 oder zirka 200 Jahren, da ist sich die Bibel etwas unscharf), sein Sohn Tobias ehelicht die schöne Sara und verlässt an ihrer Seite das von der Zerstörung bedrohte Ninive.   

Ein Sujet, wie geschaffen für – ein Oratorium. Und als solches kam «Il ritorno di Tobia» 1775 in Wien zur (begeistert aufgenommenen) Uraufführung. Das Libretto verfasste Giovanni Gastone Boccherini, der dichterisch wie tänzerisch talentierte Bruder des kompositorisch ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Jürgen Otten

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