Für Jäger und Sammler
Paul McCreesh gab anlässlich seiner Einspielung von «Paride ed Elena» jüngst der Hoffnung Ausdruck, Gluck möge in zehn Jahren so beliebt sein wie Händel heute. Tatsächlich erlebt der Opernreformator auf Bühnen, Symposien und CD wieder einmal ein Hoch in seiner höchst wechselhaften Konjunkturkurve. Da passt es zum Trend, dass sich Alexander Stoehr und die Neue Düsseldorfer Hofmusik mit dem Prager «Ezio» von 1750 nun auch dem «vorreformatorischen» Gluck zuwenden.
Opernfreunde, die sich für das weite Feld der Selbstentlehnungen interessieren, werden vor allem an Massimos verführerischer Tenor-Arie «Se povero il ruscello» ihre Freude haben. Gluck hat sie zwölf Jahre später aus dem Korsett achttaktiger Perioden und allzu einfacher Kadenzharmonik befreit und als Ballett der seligen Geister im «Orfeo» wieder verwendet. Im «Ezio» (nach dem auch von Händel vertonten Metastasio-Libretto) ist sie einem scheinheiligen Intriganten in den Mund gelegt, der seinem Kaiser das Gift der Verleumdung ins Ohr träufelt. Zwischen Schein und Sein zog Gluck 1750 noch keine strenge Trennungslinie. Der Hörer sollte gemäß barocker Affektenlehre genauso auf Massimos Intrige hereinfallen wie der Kaiser. Mirko ...
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In Berlin war er eine Institution: Helmut Krebs, der als junger Sänger 1938 zuerst an die Städtische Oper in Charlottenburg engagiert wurde und diesem Haus, der späteren Deutschen Oper, ein Leben lang, bis zu seinem letzten Auftreten als Alter Sträfling in Janáceks «Aus einem Totenhaus» in den späten achtziger Jahren, treu geblieben ist. Ein halbes Jahrhundert...
Dass skandinavische Wagner-Stimmen die besten seien, ist ein Klischee. Oder? Zum Abschluss der Stockholmer «Ring»-Tetralogie mit «Götterdämmerung» (alias «Ragnarök») glaubt sich der Zugereiste in einen Jungbrunnen kraftschöpfender, so charaktervoller wie textverständlicher Wagner-Virtuosen versetzt.
Das liegt auch daran, dass Dirigent Gregor Bühl für die naturhaft...
Er kam, strahlte und siegte», schrieb die «Frankfurter Rundschau» im Juli 2006. Die Rede ist von dem neuen Osnabrücker Intendanten Holger Schultze, der seit seinem Amtsantritt im September 2005 ein wahres Theaterfieber entfacht hat. Osnabrück, am Rand des Teutoburger Waldes im südwestlichen Zipfel Niedersachsens gelegen, gehört zu den kulturellen Mauerblümchen...
