Starke Frauen

Mainz, Strauss: Der Rosenkavalier

Opernwelt - Logo

Chefsache: Intendant Matthias Fontheim stellte sich in Mainz als Opernregisseur vor. Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt erfüllte sich, dem Orchester und dem Publikum mit Strauss' «Rosenkavalier» einen Wunsch. Ihre Mutter, die Sopranistin Judith Beckmann, zählte in den achtziger Jahren zu den gesuchten Interpretinnen der Marschallin. Es gibt also, wenn man so will, ein musikalisches Erbe, dass von Richard Strauss über Beckmann und ihre Gesangslehrerin Lotte Lehmann nun bis in die Mainzer Premiere hineinreicht.


Es ist der Abend vier starker Frauen: vor allem Catherine Rückwardt am Pult des bestens aufgelegten Philharmonischen Staatsorchesters. Dann Abbie Furman­sky, die ihr Mainz- und Marschallin-Debüt mit einem üppig gleißenden Qualitätssopran gibt. Ana Durlovsky (zwischen Berlin und Wien als Königin der Nacht gefragt) zeigt als Sophie, dass sie weit mehr als nur hohe Töne im Gepäck hat und sich den Anforderungen lyrischer Partien mit großer Ernsthaftigkeit stellt. Sie harmoniert hervorragend mit Patricia Roach, die ihren ­Octavian als Krönung einer folgerichtigen Entwicklung präsentiert: ein junger Mezzosopran, der sich eine volle und strahlende Höhe erarbeitet hat, ohne ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wirbelwind am Domhof

Er kam, strahlte und siegte», schrieb die «Frankfurter Rundschau» im Juli 2006. Die Rede ist von dem neuen Osnabrü­cker Inten­danten Holger Schultze, der seit seinem Amtsantritt im September 2005 ein wahres Theaterfieber entfacht hat. Os­na­brück, am Rand des Teutoburger Waldes im südwestlichen Zipfel Niedersachsens gelegen, gehört zu den kulturellen Mauerblümchen...

Heggie: Dead Man Walking

Bei Jake Heggie zeichnet sich eine neue Wertschätzung alter Tonalitätstugenden durch junge Komponisten ab. Orchestrale Sprachfähigkeit geht in seiner Oper «Dead Man Walking» einher mit betont kantablem Ausdruck. Leichter Holly­wood-Sound hier und da mag von der Kenntnis des Tim-Robbins-Films her­rüh­ren. Hagen präsentierte die zweite deutsche Inszenierung nach der...

Rampentheater

Nach Christof Loys eindrucksvoller Inszenierung von «Simon Boccanegra» in der letzten Spielzeit (siehe OW 7/2007) war die diesjährige Saisoneröffnung in Frankfurt mit Verdis «Don Carlo» eine herbe Enttäuschung. Regisseur David McVicar ließ sich von Brigitte Reiffenstuel aufwändig gestaltete historische Kostüme entwerfen und die solchermaßen herausgeputzten Figuren...