Frühlingserwachen
Es war einmal ein großes Musikfestival in Florenz, eines der ältesten Europas – dann kam der Niedergang. Die Geschichte des «Maggio Musicale Fiorentino» begann 1933 mit einer Vision: Der Dirigent Vittorio Gui wollte ein Mai-Festival schaffen, das sich bewusst von der Routine des Repertoires absetzte und Oper als Gesamtkunstwerk erneuerte. Der Termin im Mai ist dabei kein Zufall, sondern knüpft an die florentinische Tradition des Calendimaggio an, jenes Frühlingsfestes, das seit dem Mittelalter den Aufbruch der Natur und der Künste feiert.
Während sich Venedig mit dem 1930 gegründeten Festival für zeitgenössische Musik bei der «Biennale» auf die Gegenwartsmusik fokussierte, setzte Florenz auf die Tradition der Bildkünste. Fortan wurden die Opernproduktionen zu Laboratorien interdisziplinärer Zusammenarbeit: Künstler wie Giorgio de Chirico, Felice Casorati, Alberto Savinio, Gino Severini, Mario Sironi oder Renato Guttuso prägten mit ihren Bildwelten das Erscheinungsbild der Bühne nachhaltig. Seit zwei Jahren nun, mit der Übernahme der Leitung durch Carlo Fuortes, einem der erfahrensten Opernmanager Italiens, wird ein behutsamer, aber entschlossener Neuanfang versucht. Nach einer ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Stefano Nardelli
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Obermüller/Gilbert, Malina: 6., 25.
- Puccini, Suor Angelica: 7. (P) ML: Handschuh, I: Bartsch - Tschaikowsky, Eugen Onegin: 14.
- Bartók, Herzog Blaubarts Burg: 21. (P), 28. ML: Ward -...
Eine Berliner Einraumwohnung – Wedding, Neukölln, das alte Kreuzberg, wir wissen es nicht. Aber alles ist da: Badzeile, Tisch, Stühle, Bett, eine Tapete mit anfechtbarem Muster. Doch dort sind auch noch Wandschlupflöcher, durch die seltsame Wesen hereingeistern. Meist rückwärts, mit Gespenster-Larven auf dem Hinterkopf. Zwei kleine Grabkreuze dräuen an der Rampe....
Als Antwort auf die Frage nach dem beliebtesten Barockkomponisten nennen fast alle einschlägigen Auflistungen an erster Stelle Johann Sebastian Bach. Mit gehörigem Abstand folgen dann für gewöhnlich entweder Georg Friedrich Händel oder Antonio Vivaldi, außerhalb der Top 10 findet sich irgendwo auch der Name Georg Philipp Telemann. Christoph Graupner taucht in solch...
