Freude beim Publikum, Tristesse im Rathaus
Man muss noch mal daran erinnern: Als Uwe-Eric Laufenberg ins Intendantenzimmer der Oper Köln einzog, übernahm er ein heruntergewirtschaftetes, baufälliges, künstlerisch profilloses Haus. Dass er in kürzester Zeit und unter den Bedingungen zweier Umbauspielzeiten nicht nur das Kölner Publikum zurückgewonnen, sondern auch den überregionalen Ruf des Hauses wiederhergestellt hat, grenzt an ein Wunder.
In der vergangenen Spielzeit wurden fünfzehn Neuproduktionen an acht Spielstätten gestemmt, von der Barockoper über die Operette bis zur Stockhausen-Uraufführung – ein solches Angebot braucht keinen Vergleich zu scheuen. Lange vermisste Sänger kehrten auf die Kölner Bühne zurück, gleichzeitig wird ein Ensemble aufgebaut – Signale planvoller Umsicht. Umso erstaunlicher ist das kulturpolitische Gezänk, das diese Arbeit in den letzten Wochen begleitet hat.
Es geht dabei natürlich ums Geld, genauer: um ein Defizit im Etat der Bühnen, das angeblich die Oper zu verantworten hat. Zum öffentlichen Skandalon wurde die Angelegenheit aber erst durch die Berichterstattung der Kölner Lokalzeitungen («Stadt-Anzeiger», «Rundschau», «Express»), die alle im selben Verlag (Dumont) erscheinen. Intendant ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Ingo Dorfmüller
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