Film und Frau

Händel: Giulio Cesare in Egitto
WIEN | THEATER AN DER WIEN

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Mit rot verschmiertem Mund, wie ein trauriger Clown, beklagt Cleopatra ihr Schicksal. Eben noch hat Tolomeo die gefangene Schwester sadistisch erniedrigt, an der Leine geführt wie einen Hund (man erinnert sich an Pasolinis berüchtigten Schwanengesang «Salò»). Doch dann singt Louise Alder das «Piangerò la sorte mia» unglaublich berührend, mit engelsgleichem Ton. Es ist eine Kernszene von Keith Warners Inszenierung des Händel‘schen «Giulio Cesare in Egitto» am Theater an der Wien: Posse und Tragik, Poesie und Grand Guignol zusammengepfercht auf engstem Raum.

Einige Betrachter nannten Warners Intentionen «dem Stück aufgedrängt». Dabei hatte Karl Kraus schon 1905, in seinen Notizen zu Wedekinds «Büchse der Pandora», geschrieben, der Vorwurf, dass man in eine Dichtung etwas «hineingelegt» hätte, wäre ihr stärkstes Lob. Denn nur in Dramen, deren Boden knapp unter ihrem Deckel läge, ließe sich beim besten Willen nichts hineinlegen. Was man indes alles in Händels Opern  an sinnlicher Freude und spielerischer Lust hineinlegen kann, haben herausragende Produktionen in den letzten Jahrzehnten bewiesen. Zumal beim «Giulio Cesare», wo geniale Barockmusik-Dirigenten neue Maßstäbe setzten und ...

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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhard Persché

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