Fahrstuhl zum Fagott
Der Teufel kommt von links, durch eine hässliche weiße Theatertür. Nennt sich «The Red One», und das nicht ganz ohne Grund. Hose, Hemd, Haare, alles rot. Knallrot, um präzise zu sein. Nur der Bart ist echt an dem Schauspieler Odin Lund Biron. Der Rest – Show. Kein Wunder, dass diese Mischung, sagen wir, aus Mephisto, Eulenspiegel und John Savage (der den Hippie Claude Hooper Bukowski in «Hair» mimt) sich anscheinend im Stück verirrt hat. «Jesus Christ Superstar» wird hier nicht gegeben. Macht aber nichts. The Red One bleibt trotzdem vor Ort. «Freischütz» geht auch.
Nur eben ganz anders, als man es gemeinhin kennt. Der Geist, der stets verneint, hat sich in Gestalt von Kirill Serebrennikov der vielleicht romantischsten aller romantischen (Schauer-)Opern zugewandt und einmal ganz genau hingeschaut, was in diesem Werk eigentlich warum und wie (und wo) geschieht. Das Resultat ist ein «Freischütz», wie ihn die Welt noch nie gesehen hat. Ein «Freischütz»-Kommentar, eine «Freischütz»-Dekonstruktion, eine kühn-kynische «Freischütz»-Auslegung. Frech, frivol, lässig und so lustig, dass man noch hinterher, auf dem Weg in die Nacht, kaum umhinkommt, den Himmel über Amsterdam anzuschmunzeln.
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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Jürgen Otten
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44 theaterkasse@mail.aachen.de www.theateraachen.de
- Sondheim, Sweeney Tod: 2.
- Britten, A Midsummer Night’s Dream: 3.
Altenburg siehe Gera
Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater
Tel. 03733/140 71 31 ...
Das Statement ist klar und kommt ohne Umschweife: «Was mich an der Arbeit auf der Bühne interessiert: Ich will selbst glauben an die Beziehungen der Figuren untereinander», sagt Cornelia Beskow gleich zu Beginn des Gesprächs. Und die gemeinsame Suche aller nach diesem Beziehungsgeflecht ist ihr wichtig: «Wenn meine Kollegen diese Mission teilen, können wir zusammen...
Benjamin Bernheim, der neue französische Tenorstar, widmet sein zweites Recital dem «Boulevard des Italiens». In Paris mit einer französischen Oper zu reüssieren, war seit den frühen 1770er-Jahren das Wunschziel jedes italienischen Komponisten. Die von Verdi sarkastisch als «grande boutique» apostrophierte Opéra geriet unter italienischen Einfluss, zugleich änderte...
