Etikettenschwindel
Sensationelle Erkenntnisse verhieß sie, die Ausstellung Mozart-Bilder – Bilder Mozarts im Mozart-Museum am Salzburger Makartplatz (bis 14. April 2013). Das berühmte Porträt von Johann Joseph Lange (1789), Mozarts Schwager, sei nicht unvollendet, wie «jüngste» Analysen des Münchner Doerner-Instituts bewiesen; eine Miniatur sei «kürzlich» als authentische Mozart-Darstellung entdeckt worden, und ein anonymes Mozart-Bildnis habe sich als Fälschung erwiesen. Das Interesse des Publikums an Sensationen ist groß.
Die Ankündigungen hat der Wiener Musikwissenschaftler Michael Lorenz auf seiner Webseite (http://michaelorenz.blogspot.co.at) schnell richtiggestellt: Bei näherer Betrachtung sind die Neuigkeiten schon alt, aber dem großen Publikum unbekannt. Das Porträt von Lange ist durchaus zu Mozarts Lebzeiten fertiggeworden. Dies, so Lorenz, habe nicht erst das Doerner-Institut entdeckt, er selbst habe schon im März 2009 erläutert, dass ein kleines Brustbild durch angenähte Stücke vergrößert wurde, um Mozart am Klavier zu zeigen. Die Ergänzung wurde wie im Fall eines Porträts von Konstanze Mozart aus unbekannten Gründen nur zum Teil ausgeführt. Im Juni 2010 empfahl Lorenz der Leiterin des ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Dietmar Polaczek
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