Entwurzelt
Die stärkste Stimme kommt ohne Worte aus. Ein oszillierendes Irgendetwas ist aus dieser Partitur zu vernehmen, mit stufenlosen Wechseln der Aggregatzustände, irisierend, so unfassbar wie verlockend. Vor allem aber: gekonnt instrumentiert. In der musikalischen Ausstattung des Ozeans, dem Glück und Verheerung bringenden Protagonisten, fand Detlev Glanert seine größte Spielwiese. 2012 kam seine «Solaris»-Oper in Bregenz heraus (siehe OW 9-10/2012).
Man muss sich diese amorphe Klanglandschaft in Erinnerung rufen, um zu erkennen, wie weit entfernt davon eine andere Vertonung des Stoffes liegt. Dai Fujikura dampfte mit Librettist Saburo Teshigawara den Vorlage-Roman von Stanislaw Lem auf Diskursives ein. Vordringlich war nicht das instrumentale Ausmalen einer fremden Welt; das japanische Duo hielt sich an Lems Gedankenexperiment: Wie wäre es, wenn man mit allzu Bekanntem, mit den Fleisch gewordenen Erinnerungen und Spiegelungen der eigenen Psyche konfrontiert wird? Wie echt sind diese Imaginationen? Haben sie gar ein Existenzrecht? Drei Figuren verhandeln das mit erklecklichem Textballast, und der zieht eine ebenso kurzatmig-kleinteilige Musik nach sich.
Nach der Uraufführung in Paris ...
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