Endlosschleife
E. M. – hinter den mysteriösen Initialen verbirgt sich nicht nur der Name einer gefeierten Operndiva, sondern zugleich auch der Wirklichkeit gewordene Menschheitstraum von ewiger Jugend – freilich zum Preis eines halt- und ziellosen Lebens. Denn Emilia Marty, die Leoš Janáček in seiner vorletzten, 1926 uraufgeführten Oper «Věc Makropulos» («Die Sache Makropulos») in den Mittelpunkt rückt, ist eine tragische Figur.
Nach unfreiwilliger Verabreichung eines lebensverlängernden Elixiers dazu bestimmt, durch die Jahrhunderte zu wandeln, wird sie zur Strippenzieherin eines aberwitzigen Erbschaftsstreits. Vordergründig eine schwarzhumorige Kriminalkomödie, angesiedelt im Prag der Zwischenkriegszeit, machte Janáček aus der «utopistischen Fabel» seines Landsmannes Karel Čapek eine vielschichtige Parabel über das menschliche Dasein als Kreislauf von Werden und Vergehen.
Für deren Ausdeutung bedient sich Regisseur Jakob Peters-Messer in seiner Inszenierung am Anhaltischen Theater Dessau einer klug zurückgenommen Bildsprache. Der Bühne als ruinösem Theaterraum ist der Wechsel der Zeitläufte eingeschrieben, die anachronistischen Kostüme heben diesen wieder auf, helfen aber, das personenreiche ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Werner Kopfmüller
Frau d’Oustrac, lieben Sie Wagner?
Natürlich liebe ich ihn, so wie ich auch Brahms, Schumann und Liszt liebe. Vollends habe ich diese faszinierende Welt während meines Gesangsstudiums entdeckt, aber bereits zuvor, an der Musikschule, hatte ich mich theoretisch eingehend mit den Frauenrollen in Wagners Werken auseinandergesetzt.
Eine interessante Beschäftigung für...
Ein charmanter kleiner Etikettenschwindel ist die Sache schon. Den zweiten «Turandot»-Akt hatte Anna Netrebko bereits in der letzten Silvestergala der Met gestemmt – zusammen mit den ersten Aufzügen aus «Tosca» und «La Bohème». Fürs eigentliche Debüt in der Killerrolle als traumatisierte chinesische Prinzessin erwählte sie nun die Bayerische Staatsoper (wie schon...
Die letzte Operette der Weimarer Republik – der Werbeslogan ist so richtig wie der Versuch, das erst verbotene und dann verschollene Stück endlich im Repertoire zu verankern. Die Berliner Uraufführung hatte unter Mitwirkung Richard Taubers am 20. Januar 1933 stattgefunden, nur wenige Tage darauf waren die Beteiligten ihres Lebens nicht mehr sicher. Tauber, Jaromír...
