Elf Personen suchen einen Stoff
Die Oper ist und bleibt der Wolpertinger unter den Künsten, bei dem sich Text, Musik und Szene gegenseitig unterstützen, kommentieren oder im Wege stehen. Diese Offenheit des Genres weckt zuweilen die Begehrlichkeit, alles hineinzuwerfen, auf dass am Ende schon irgendetwas Neues oder Aktuelles herausschaue.
Das jüngste Projekt der Deutsche Bank Stiftung und ihres Förderprojekts «Akademie Musiktheater heute» beeindruckt denn auch besonders durch die Literaturliste der herbeizitierten Dichter und Philosophen von Ariost über Nietzsche und Virginia Woolf bis zu Georges Bataille und Byung-Chul Hans Buch «Müdigkeitsgesellschaft».
Im Musiktheater «Orlando», das von elf (!) Stipendiaten der Akademie auf die Bühne des koproduzierenden Theaters Bielefeld gebracht wurde, geht es keineswegs nur um Ariosts Aventüren des rasenden Rolands oder Virginia Woolfs zeitenüberspringende Cross-Gender-Heldin Orlando. Die drei Textblöcke von Alexander Stockinger, Judith Pielsticker und Janine Ortiz wollen vielmehr die verhetzte Wesenlosigkeit unserer Zeit ausleuchten, die Jagd nach Erfolg und Identität und ihren Kollaps im Vergnügungstaumel. Wohl erscheint Orlando in jedem der drei Teile, doch liegt er im ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Struck-Schloen
Jahrzehntelang bekamen Regisseure, die schöpferisch mit klassischen Werken umgehen, zu hören, sie sollten doch lieber neue Stücke schreiben. Genau das ist jetzt beim dritten «Infektion!»-Festival der Berliner Staatsoper geschehen. Seine beiden repräsentativen Uraufführungen sind Opern über Opern. Claus Guth und Helmut Oehring haben im Schiller Theater Henry...
Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo...
Kurz vor dem Ende der letzten Spielzeit hatte es nach chaotischem Vorlauf doch noch geklappt: Der Sieben-Stunden-Kurz-«Ring» des Teatro Colón ging mit großem Tamtam über die Bühne (siehe auch Seite 32). Doch waren es in den Medien weniger beachtete Produktionen, die in Buenos Aires für frische Opernerlebnisse sorgten: Enescus «Oedipe» und Szymanowskis «Hagith»...
