Eine Frau für viele Fälle
Es kann passieren, dass man im Gespräch mit ihr nicht weiterkommt. Weniger, weil der Stoff ausginge, sondern weil die Luft wegbleibt. Wobei das meist plötzliche, immer befreiende, ansteckende Lachen von Golda Schultz, die Mutter hat ihr das oft gesagt, gern auch an unpassenden Stellen passiert. Franz Welser-Möst hat das offenkundig nicht irritiert. 2014, bei den Proben fürs Richard-Strauss-Festkonzert an der Bayerischen Staatsoper war das. Ein Jahr später stand sie als «seine» Sophie auf der Bühne des Großen Salzburger Festspielhauses.
In einer Rolle, die zu einer Art Signet-Partie für die gebürtige Südafrikanerin wurde. Mehr noch: zum künstlerischen Wendepunkt.
Gut: Studium in Kapstadt und an der New Yorker Juilliard School, der Sprung nach Europa, von 2011 bis 2013 Mitglied im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper, dann der Wechsel ins dortige Ensemble – das klingt alles nach zielgerichtetem Karrierestart. Doch erst 2014, als Golda Schultz bei den Münchner Opernfestspielen als Sophie im Kleid der von ihr verehrten Lucia Popp auf der Bühne stand, hatte sie das Gefühl: Sie ist im Beruf angekommen. «Ich hatte vorher wirklich viele Zweifel», sagt sie. Mit 19 nahm sie ein ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Porträt, Seite 52
von Markus Thiel
Das in der Oper über Jahrhunderte fruchtbar bestellte Konfliktfeld zwischen privater Passion und politischer Pflicht war schon zu Lebzeiten Antonio Salieris ein altes Lied. Er besang es neu, indem er sich, wie bereits Lully oder Händel vor ihm, Torquato Tassos «Gerusalemme liberata» vornahm. Marco Coltellini, Geburtshelfer der Opernreform von Salieris Mentor...
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt...
Vom ersten Einsatz der farbig intonierten Toccata zu Beginn geht von dieser Neuaufnahme ein Sog aus – ein Sog, der bis zur abschließenden Moresca anhält. An Einspielungen von Monteverdis «L’Orfeo» herrscht ja wahrlich kein Mangel. Doch mit dieser hat sich der in der Alte-Musik-Szene renommierte Tenor Emiliano Gonzalez Toro einen lange gehegten Wunsch erfüllt, und...
