Eine alte, traurige Weise

«Regin smiour» von Sunleif Rasmussen

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Die Geschichte kommt uns irgendwie bekannt vor: hier ein starker, unbeugsamer, bedingungslos liebender Mann mit einem Schwert, das ihn aber vor der Unbill der Welt nicht gänzlich zu schützen vermag; dort eine starke, unbeugsame, liebende Frau, die ebenjenes Schwert, nachdem es mutwillig zerbrochen wurde und der Auserwählte von einer Horde wilder Gesellen (es sind Hundings Söhne) tödlich verwundet wurde, aus den Händen des Toten übernimmt.

Und schließlich, als gemeinsame Frucht und geglückte Synthese einer (über)irdischen wie unglücklich endenden Liebe, jener Sohn, der schon als Held in die gar nicht schöne, neue Welt gelangt, obwohl er davon naturgemäß noch nichts wissen kann, und der nun aber auszieht, um mit dem Schwert seines Vaters diese Welt zu erobern und mit der ihm verliehenen Macht das Böse daraus zu vertreiben.

Dieser Stoff aus der nordischen Mythologie, einem breiten Publikum aus Richard Wagners «Walküre« hinlänglich vertraut, dient dem Faröer Komponisten Sunleif Rasmussen als Vorlage für sein neues Musiktheater «Regin smiour» («Regin der Schmied»); variiert sind lediglich einige Nuancen bei der Namensgebung. Sieglinde, bei Wagner die Mutter Siegfrieds (im Original ...

ZUKUNFTSMUSIK
Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Virginie Germstein

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