Ein silbernes Leuchten
Mit diesem Album schließt Reinoud Van Mechelen seinen faszinierenden Überblick über die Entwicklung der haute-contre-Stimme in der französischen Barockoper ab. Die erste Folge galt 2018 Louis Gaulard Dumesny, dem vom Koch zum Star der Pariser Opéra aufgestiegenen Protagonisten Lullys am Ende des 17. Jahrhunderts. Die zweite Folge war 2020 Pierre de Jéliote gewidmet, der von 1733 an als Sänger über viele Jahre hinweg die Karriere Jean-Philippe Rameaus, des Erneuerers der Tragédie en musique, begleitete.
Jetzt beendet Van Mechelen die Serie mit Joseph Legros (1739–1793), der 1764, im Todesjahr Rameaus, an die Pariser Opéra kam, selbst komponierte, später die Pariser Institution der berühmten Concerts spirituels leitete, aber hauptsächlich als Protagonist von Glucks Pariser Reformopern in den Jahren zwischen 1774 und 1780 Musikgeschichte schrieb.
Der hohe Tenor in der Altlage, der die männlichen Heldenrollen verkörperte, war die Antwort der französischen Barockoper auf die Kastraten der italienischen Seria. Es waren ungewöhnliche Stimmen, die selbst extrem hochliegende Töne – Glucks Orphée erreicht das hohe Es (!), ohne ins Falsettregister zu wechseln – mit der Bruststimme oder der v ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 26
von Uwe Schweikert
JUBILARE
Christopher Robson, 1953 im schottischen Städtchen Falkirk geboren, gilt als einer der Pioniere und bedeutenden Vertreter des Countertenor-Gesangs. Seit seinem Debüt an der English National Opera (ENO) in Monteverdis «L’Orfeo» interpretierte er dort in 17 Jahren zahlreiche Rollen vom Barock bis zur Moderne, unter anderem Arsamene in Händels «Ser -se»,...
Panta rhei. Alles fließt. Weniger das Wasser, das sieht man hier nicht. Aber Paare und Passanten strömen dahin, mit all ihren flüchtigen Gedanken, Empfindungen, Wünschen, Sehnsüchten. Ein bestimmtes Ziel scheint keiner von ihnen zu haben, aber immerhin: Sie sind in Bewegung, weil Stillstand das Schlimmste wäre auf der Suche nach dem, was mit einem so großen Wort...
Ein Junge läuft auf die fast leere Bühne des Gärtnerplatztheaters, bald steigen Sonne, Mond und Sterne auf, der ganze alte Theaterzauber, nur hergestellt mit neuen, digi -talen Mitteln. Viel braucht Josef E. Köpplinger, Intendant des Hauses, nicht für die «Zauberflöte»: ein paar Treppen, verschiebbare Wände, einen Kubus aus Leuchtstoffröhren – für den Rest bleibt...
