Ein einziges großes Gewitter

Ingo Metzmacher wirbt für die Musik des 20. Jahrhunderts

Opernwelt - Logo

Wie sich die Titel gleichen: «Keine Angst vor neuen Tönen» nennt Ingo Metzmacher seinen engagierten, ganz persön­lichen und unmittelbaren Wegweiser in die Welt der Musik des 20. Jahrhunderts; unter dem Motto «Who Is Afraid of 20th Century Music» veranstaltete und dirigierte der GMD der Hamburgischen Staatsoper – und designierte Musikchef der Amsterdamer Oper – alljährlich umjubelte Silvesterkonzerte.

Gleichzeitig mit dem Buch ist jetzt eine Sammel-Box mit den Mitschnitten von 1999 bis 2003 erschienen, jedes Konzert eine üppige Wundertüte voller kurzer, mehr oder minder bekannter, aber mitreißender, geradezu elektrisierender «Schlager» des letzten Jahrhunderts (75 an der Zahl!), die nicht immer fröhlich, laut und voller rhythmischem Drive, sondern auch schon mal leise, nachdenklich oder spannungsgeladen sein dürfen.
Einundfünfzig Komponisten von A wie John Adams bis Z wie Bernd Alois Zimmermann sind da vertreten. Keineswegs sind die einzelnen CDs ein musikalischer Flickerlteppich, sondern können auch unter einem Motto ge­hört werden: etwa «Tanz» (Vol. 1), «Technik» (Vol. 2) oder «Wilde Natur» (Vol. 4). Das Philharmonische Staats­orchester Hamburg spielt mit einer befreienden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Magazin, Seite 22
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Oper am offenen Herzen

Wenn ein Musik-Festival schon «UltraSchall» heißt, ist es bis zur «Oper am offenen Herzen» nicht weit. Derart kalauernd haben die Autoren einer «Opern­saga» namens «Kommander Kobayashi» ihr Vorgehen beschrieben. Diagnose: OP(er) dringend erforderlich, Praxisgebühr von 13 Euro bitte an der Abendkasse entrichten. Ergebnis: Patient lebt, ist aber kaum...

«Holländer», historisch

Durch Gewitter und Sturm: Die Mannen Donalds haben eine beschwerliche Reise zum schottischen Heimathafen hinter sich. Donald? Ganz richtig: Besucher des konzertanten «Fliegenden Holländers» 2004 in der ­Essener Philharmonie dürften sich zunächst ungläubig die Augen gerieben haben. Die Deutsche Welle titelte klug zur «Urfassung», dass viele Wagnerianer sich über den...

Von der Banalität des Bösen

Das einzig Aufregende an der Stuttgarter Neuinszenierung von Verdis «Otello» hat Hausherr Klaus Zehelein im Programmheft versteckt: seine in Zusammenarbeit mit dem Dramaturgiehospitanten Oliver Müller geschriebene Deutung des Stücks, die Boitos Libretto und Verdis Musik als liturgisches Zeichensystem entziffert, in dem ein symbolisches Geschehen festgeschrieben...