Ein bisschen Zirkus ist immer dabei
Ein Knall, ein Fall. Als man den Einschlag einer Bombe hört, rauscht der vor dem Orchestergraben hochgezogene Vorhang zu Boden und enthüllt den Besuchern im Parkett, was die in den oberen Rängen, für die das Tuch nicht die ganze Bühne verhüllte, schon wussten: dass das Orchester bei diesem «Nabucco» sich oben befindet, auf einer Tribüne über einer länglichen Box. In Letzterer das verängstigte Volk, davor auf dem verdeckten Orchestergraben die Solisten.
Im ersten Stock also der Dirigent Johannes Fritzsch mit seinen Instrumentalisten, der Verdis Oper mit Verve, Drive und Präzision serviert. Das Arrangement wirkt auf den ersten Blick wie ein Gag, doch Jörg Koßdorff, Grazer Intendant und Regisseur des Abends, hat einleuchtende Argumente parat: «Die Idee, das Orchester fast wie eine Zirkuskapelle auf der Bühne agieren zu lassen, kommt ganz aus der Musik. Die Partitur ist ja voll von zirkushaften ‹Banda›-Momenten und militärischem Gestus. Verdi hat in seiner für seinen weiteren Weg entscheidenden dritten Oper versucht, die Guckkastenbarriere zu brechen und mit direkten Emotionen Publikum und Bühne in einem Raum zu vereinen. Bei anderen Verdi-Opern wäre ich nie auf ein solches Konzept ...
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