Editorial
Der Tod war schon dem jungen Mann auf den Fersen. Dem lebenshungrigen, neugierigen, lässigen Theaterwunderkind, das gerade in München mit einer Inszenierung von Edward Bonds «Die See» Furore gemacht hatte. Mitte zwanzig war Luc Bondy, als er die erste Krebsdiagnose bekam. Damals konnte er den Kampf mit der Krankheit für sich entscheiden, mit Medikamenten, verträumtem Trotz und einem melancholischen, die Endlichkeit der menschlichen Existenz reflektierenden Humor. Aber sie kam wieder, immer wieder. Ende November hat der Krebs ihn niedergestreckt.
«Leben? Oder Theater?» – in dem Titel des 800 Gouachen umfassenden Bildertagebuchs der Künstlerin Charlotte Salomon, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde, fand Bondy am Ende seiner über vier Jahrzehnte gespannten Zauberspielerkarriere auch die eigenen Leitfragen wieder. Freilich blieben die Sphären untrennbar, wundersam verzahnt. Kunst ohne gelebtes, geliebtes Leben – das war für diesen fragilen, sanftmütigen, scharfsichtigen Flaneur in den Passagen der Gefühle so undenkbar wie ein Leben ohne Kunst. Dass die Salzburger Festspiele im Sommer 2014 mit einer Oper von Marc-André Dalbavie und Barbara Honigmann an das grausame Schicksal der ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
Herr Bruns, auf Ihrem Facebook-Profil nennen Sie sich «Benjamin Frodo Bruns». Wie kommt denn das?
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