Apropos... Obertöne
Herr Bruns, auf Ihrem Facebook-Profil nennen Sie sich «Benjamin Frodo Bruns». Wie kommt denn das?
Ich bin bekennender Science-Fiction- und Fantasy-Fan. Außerdem sah ich im Bayreuther «Kinder-Parsifal» ja wirklich aus wie Frodo aus dem «Herrn der Ringe» – und Andreas Hörl als Titurel wie Gandalf. Ich habe Tolkiens Trilogie so mit 14, 15 Jahren innerhalb von zehn Tagen gelesen, da war ich gerade mit dem Knabenchor unterwegs.
Auch wenn Sie mit Fagott und Schulmusik liebäugelten: War schon zur Knabenchor-Zeit klar, dass Solo-Gesang Priorität hat?
Vor allem nach dem Stimmbruch kristallisierte sich das heraus. Meine Familie ist eher unmusikalisch, ich schlage total aus der Art. Meine Eltern waren entsetzt: Da studiert schon mal einer aus der Familie, und dann macht er etwas, von dem man gar nicht wusste, dass man es studieren kann! Noch schlimmer war dann, dass ich das Studium nach sechs Semestern abgebrochen habe. Als ich mit 23 von der Hamburger an die Berliner Hochschule wechseln wollte, kam das Bremer Theater und bot mir einen Teilspielzeitvertrag an. Ich ahnte nicht, dass da ein Festvertrag draus wurde ...
Sie werden auch für Rossinis «Stabat Mater» oder seine «Cenerentola» engagiert. ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
Im November war ich mit der Schule in der Oper und habe mir «Schneewittchen und die 77 Zwerge» angeschaut. Da sind manche Sachen anders als in dem bekannten Märchen: Es gibt nicht 7, sondern 77 Zwerge, die vom Kinderchor der Komischen Oper gespielt werden. Sie haben Kapuzenpullover mit Zipfeln an, einige können sogar auf Händen laufen oder ein Rad schlagen....
Das kann sich nur ein Opernhaus mit einem richtig guten Chor leisten: die Sänger in Parkett und Rängen unters Publikum zu mischen, ohne dass homogener Sound und differenzierte Musikalität verloren gehen. Auf William Spauldings exzellente Truppe an der Deutschen Oper ist da Verlass. Die Chöre in Verdis «Aida», von der Saalmitte aus gehört – in Benedikt von Peters...
Im Vorwort zum Libretto von «Le nozze di Figaro» bemerkt Lorenzo da Ponte, sein und Mozarts Ziel sei, «eine fast neue Art des Schauspiels» zu schaffen. Aus diesem Vorsatz scheint auch Stefan Herheim seine Inszenierung für die Hamburger Staatsoper entwickelt zu haben. Bühnenbildner Christoph Hetzer staffiert dafür Decke und Wände mit 1500 Faksimile-Seiten der Oper...
