Editorial
Als Bodo Ramelow, Thüringens prominentester Linker, noch Oppositionspolitik im Erfurter Landtag machte, wollte er von einer Theaterehe zwischen der Kulturhauptstadt und der Landeshauptstadt nichts wissen. «Es hilft uns nicht weiter, wenn wir aus den Theatern in Erfurt und Weimar eins machen», erklärte er vor neun Jahren. Und den erfolgreichen Wahlkampf, der ihm 2014 das Amt des Ministerpräsidenten einer rot-rot-grünen Regierung bescherte, bestritt seine Partei unter anderem mit der Zusage, alle Theater und Orchester Thüringens zu erhalten.
Kaum vereidigt, hat der neue starke Mann einer Region, die Thomas Mann im «Doktor Faustus» als Herzkammer der deutschen Kulturnation beschrieb, das Versprechen offenbar schon vergessen. Jedenfalls stellte am 5. November sein Parteifreund und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff im Namen der Staatskanzlei ein Papier zur Neuordnung der Orchester- und Theaterlandschaft («Perspektive 2025») vor, das vor allem auf alte Szenarien zurückgreift. Teile der nun skizzierten Fusions-, Verbund- und Synergie-Modelle wurden bereits unter dem ehemaligen Regierungschef Bernhard Vogel (CDU) erarbeitet, der von 1992 bis 2003 an der Spitze des Freistaates stand.
Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Boesmans, Au Monde: 6. (P), 11., 16.12.; 3., 17., 31.1.; 13., 18., 26.2.
ML: Thorau, I: Teilmans, B: Brendel,...
Nicht dass er unzufrieden wäre mit seiner Karriere. Aber eine Sache wurmt Mariss Jansons schon: Oper, die hätte er gern häufiger dirigiert. Vieles spielt da eine Rolle. Gewiss sein Herzinfarkt 1996 während einer «Bohème», aber auch sein Hang zum Kontrollator – der 72-Jährige fühlt sich unwohl, wenn er nicht Herr selbst der kleinsten Dinge ist. Im aufwendigsten...
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht...
