Breakdance, Bibeln, Banlieue
Wiederholt haben Regisseure gezeigt, was man aus den Balletten machen kann, die in der Pariser Grand Opéra auf den ersten Blick nur überflüssig scheinen. So weit wie Tobias Kratzer in seiner Karlsruher Inszenierung von Meyerbeers «Blockbuster» aus dem Jahr 1849 ist jedoch kaum jemand gegangen: Die Tanznummern im dritten Akt werden (fast ungekürzt) von sechs B-Boys zu Plünderungsszenen getanzt. Einwandererkinder aus dem Schwäbischen spielen mit hinreißenden Akrobatik-Nummern Karikaturen ihrer selbst.
Für Kratzer sind die Underdogs in diesem Sozialdrama keine Bauernkrieger, sondern Jugend-Gangs aus einem trostlosen Wohnsilo der 1970er-Jahre – eine überzeugende Aktualisierung, weil so die Ästhetisierung von Gewalt und die dumpfe Auflehnung gegen alles Bestehende anschaulich werden. Die drei Wiedertäufer, die in diesem antirevolutionären Stück die Massen aufwiegeln und Jean, den tumben Gastwirt aus Leyden, zum charismatischen «Führer» aufbauen, sind wie Mormonen gekleidet und tragen wie Jesus Sandalen. Gleichsam als Vertreter eines AS, eines «Anabaptistischen Staates» wissen sie um die Macht von Bildern. Jeans Triumph-Hymne am Ende des dritten Akts, eine atemberaubende Vorwegnahme einer ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Anselm Gerhard
ARD-ALPHA
12.2. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
13.12. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur.
13.12. – 20.15 Uhr (1)
20.12. – 11.00 Uhr (2)
31.12. – 11.00 Uhr (3)
Mariss Jansons dirigiert
1. Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll, op. 39; 2. Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur.; 3. Strauss und Adams.
24.12. – 11.00 Uhr (1)
25.12. – 11.00 Uhr (2)
Marcell...
Opernsänger sollen ja so geldgeil sein. Mi-mi-mi-mi-mi-mehr-Gaaaage! Ich finde das unfair. Wir glauben nämlich, die Dirigenten kriegen zu viel Kohle. Wenn man mal die Menge Klang bedenkt, die sie in den Aufführungen faktisch beitragen. Ein Stöhnen hier, ein Grunzen da – sonst ist von ihnen doch praktisch nichts zu hören.
Aber darüber will ich mich jetzt gar nicht...
Sternstunden modernen Bauens bieten sich in Tschechien eher selten. Immerhin lässt sich die «hybride» Gestalt des Antonín Dvorák Theaters in der ostmährischen Industriestadt Ostrava goutieren: Das sanft-unaufdringlich vom stalinistischen Klassizismus markierte Hauptgebäude streckt seine Schaufront der Stadt zu, während die neuen Anbauten sich bescheiden rückwärts...
