Editorial
Eigentlich liegt die Passionszeit hinter uns. Eigentlich sollten wir uns mit freiem Blick und geläutertem Herzen auf das Pfingstwunder freuen. Auf jene magische Geschichte vom Heiligen Geist, der in die Jünger fährt und ihnen die Gabe verleiht, sich in allen Sprachen zu verständigen. Doch was der Kirchenkalender verkündet, gilt schon längst nicht mehr für die irdische Zeit. Der Glaube an Wunder ist uns im Alltag des 21. Jahrhunderts abhanden gekommen. Auch weil wir schlechte Erfahrungen mit Propheten gemacht haben, die uns das Blaue vom Himmel versprachen.
Für die Wuppertaler Bühnen hat die Passionszeit erst begonnen. Um zwei Millionen Euro will die überschuldete Stadt die Zuschüsse bis 2014 kürzen und ihr Schauspielhaus schließen. Die bisher geplante Sanierung des Gebäudes in Elberfeld soll aufgegeben, der Zweispartenbetrieb im vorbildlich renovierten Opernhaus in Barmen (siehe OW 2/2009) zusammengezogen werden. Schon ab 2012 müssten sich Oper und Schauspiel die einzige verbleibende Bühne mit dem von Pina Bausch bis zu ihrem Tode geleiteten Tanzensemble teilen, das in eine GmbH ausgegliedert ist. Auf 8,6 Millionen Euro will die Stadt ihr Engagement innerhalb von vier Jahren ...
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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Editorial Mai 2010, Seite 1
von Stephan Mösch/Albrecht Thiemann
Au diable! Hoffmanns Verwünschung am Schluss hätte sich sehr wohl auch auf die neue Produktion seiner Opéra fantastique am Opernhaus Zürich beziehen können. Denn auch die Berufung auf die von Michael Kaye und Christophe Keck erstellte Fassung aus dem Jahr 2005 bewahrte sie nicht vor der zweimaligen Intervention des Teufels. Der ließ zunächst einen Tag vor...
Herr Rousset, Sie stammen aus Avignon und sind in Aix-en-Provence aufgewachsen. In der Provence stößt man überall auf Monumente der Geschichte: Pont du Gard, Papstpalast, die römische Arena in Nîmes usw. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gegenwart der Vergangenheit in diesen Städten und Ihrer Vorliebe für Alte Musik?
Das kann man wohl sagen. Als ich zur Schule...
«Verfluchte Körper, Gerettete Seelen» weht auf der Spielplanflagge, unter der Nikolaus Bachler die Bayerische Staatsoper in dieser Saison verrucht-schön segeln lässt. Die geschmeidige Höllenmetaphysik gilt für Mozart und Puccini, und sie soll das Publikum auch dann berühren, wenn es eine sperrige Novität oder eine fromme Bizarrerie erlebt – nach Peter Eötvös’...
