Editorial
Der Austausch von Opernproduktionen ist ein Phänomen, das immer weitere Kreise zieht, aber nur selten thematisiert wird. Für die einen (wie Stephane Lissner, den Intendanten von Aix-en-Provence und der Scala) verbindet sich damit eine Sicherung der Zukunft; für andere (wie den Stuttgarter Opernchef Klaus Zehelein) droht das Gespenst der Gesichtslosigkeit. Von den verschiedenen Aspekten des Themas ist der finanzielle der simpelste. Gegen das Sparen via Koproduktion lässt sich grundsätzlich wenig sagen, im Detail jedoch viel.
Denn was heißt Koproduktion? Der ästhetische Aspekt entscheidet – letztlich auch über die Frage, was sich unter Spardruck verantworten lässt und was nicht. Konkret: Ob eine Koproduktion gelingt, zeigt sich bei der zweiten, der «verpflanzten» Aufführungsserie.
Das Theatergesetz, das für sie gilt, bleibt unerbittlich: Das choreografische Element einer Aufführung ist übertragbar; die Motivation, die dahinter steht, kaum. Wenn der Weg zum Ziel wegfällt, wirkt das Ergebnis schal. Was selbstverständlich die musikalische Arbeit einschließt. Mit anderen Worten: Der Weg bleibt dem künstlerischen Resultat eingeschrieben und bestimmt wesentlich den Erfolg. Ästhetische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
Schon vor zwei Jahren hat Regisseur Alexander Schulin mit Donizettis «Liebestrank» in Nürnberg zum Saisonende einen Höhepunkt gesetzt. Waren dabei Leichtigkeit und szenischer Witz zu bewundern, so sind es jetzt bei «Lucia di Lammermoor» der tiefe Ernst und die Glaubwürdigkeit, die es sonst so schwer haben bei einem Stoff voller Konventionen, die uns fremd...
Jetzt allmählich kann ich wirklich dirigieren; jetzt weiß ich, wie man umsetzt, was man innerlich hört.» So lautete Wilhelm Furtwänglers Geständnis nach seiner Salzburger «Zauberflöte» im Sommer 1949. Die originalen Rundfunkbänder des «Zauberflöten»-Mitschnitts gingen verloren, wohl aber blieben einige technisch unbefriedigende Kopien erhalten, die immer wieder in...
