Editorial
Die Dichte an Opernhäusern in Deutschland ist nach wie vor einzigartig. Wer in Amerika oder Japan, in Skandinavien oder Italien mit Theaterleitern spricht, wird überall auf ähnliche Reaktionen stoßen: so viele Häuser, so viele Eigenproduktionen, so viel Tradition, so viele Profile – was für ein Potenzial, was für ein Reichtum an kultureller Grundversorgung. Wie zukunftsfähig ist dieses System? Die Frage stellt sich besonders dringlich in den neuen Bundesländern. Nicht jedes Modell, das in den Überlebenskämpfen der Nachwendezeit helfen sollte, hat sich bewährt.
Fusion als Zauberwort zieht nur noch selten. Die meisten Städte und Kommunen haben erkannt, dass nur ein eigenständiges Theater ihrer Identität zugute kommt. Trotzdem klaffen Lücken in den Haushalten. Und wenn die, wie im Falle Rostocks, bedrohlich werden, denkt man eben doch über Zusammenlegungen nach. Dann steht ein komplettes Opernensemble schnell zur Disposition.
Auch Thüringen ist für solche Fragen ein gutes Beispiel. Zwischen Altenburg und Eisenach fand in den letzten Wochen ein Premierenfeuerwerk statt: Schlüsselwerke, die seit zwei- bzw. einhundert Jahren nicht mehr gespielt wurden, historische Schlaglichter, junge ...
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Ein Handlungsreisender in Sachen Rache. Hamlet schleppt Koffer, blickt unsicher umher: Wo bin ich hier? Das fragt sich nicht nur er, sondern wohl auch ein Großteil der Zuschauer bei dieser ersten «Hamlet»-Aufführung in der Geschichte der Rheinoper. Ursprünglich sollte die Premiere bereits im neuen Einjahres-Ausweichquartier, im RheinOperMobil, stattfinden, doch...
