Drei Stile, eine Stimme
Seit fast drei Jahrzehnten steht die Sopranistin Sandrine Piau im Rampenlicht. Zusammen mit Véronique Gens verkörpert sie die Wiederkehr jenes typisch französischen Gesangsstils, der Virtuosität mit Lyrik, Eleganz mit Tiefgang, nicht zuletzt verbale Nuancierung mit vokaler Differenzierung verbindet und mit Ninon Vallin und Suzanne Danco dahingegangen schien.
Wie Gens hat auch Piau ihre künstlerische Sozialisierung in der Szene der Alten Musik erfahren, auf der Opernbühne wie auf dem Konzertpodium mit Rameau, Händel, Vivaldi und Bach brilliert, sich Zug um Zug die großen Mozart-Partien erobert und im intimen Lied ihr Repertoire bis zu Poulenc und Britten ausgeweitet. Drei beim Label Alpha erschienene Neuaufnahmen beweisen, dass sie auch im goldenen Herbst ihrer Stimme keine Nachsicht nötig hat.
Mit der Tochter Zion in Händels deutschem Oratorium «Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus» fügt Piau ihren zahlreichen Händel-Partien eine weitere Perle hinzu. Händels «Brockes-Passion», die die protestantische Kirchenmusik mit der italienischen Opera seria toppt, stand lange im Schatten der ungleich berühmteren Oratorien Bachs. Aus den drei fast gleichzeitig ...
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Opernwelt Juli 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Uwe Schweikert
alpha
04.07. – 21:45 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2015
11.07. – 21:45 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2016
18. und 25.07. – 21:45 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2017 (Teil 1 und 2)
arte
04.07. – 17:20 Uhr
Messiaen: Quatuor pour la fin du temps
S: Pierre-Laurent Aimard (Klavier), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Isabelle Faust (Violine), Jörg Widmann (Klarinette)
05.07. –...
Herr Nitsch, es sind immer wieder Parallelen gezogen worden zwischen dem Werk Richard Wagners und Ihrer eigenen Aktionskunst: beispielsweise die Verschmelzung mehrere Kunstformen, die Mehrtägigkeit der Aufführungen wie beim «Ring», die Faszination für die griechische Tragödie, für Ritual und Mythos. Wie würden Sie selbst Ihr Verhältnis zu Wagner beschreiben?
...
Worüber man im wahren Leben tunlichst schweigen sollte, davon lässt sich im Märchen trefflich erzählen. Und während Kinderfabeln mit ihren idealen Prinzessinnen und Königen als (Arche-)Typen des «Es war einmal» und «... dann leben sie noch heute» ihre zeitlosen Wahrheiten verkünden, gleichen Märchen für Erwachsene fast immer heimlichen Zeitstücken. Die geraten...
