Doppelte Botschaften
Im Anfang war das Wort. Nicht jedoch das geschriebene. Im Anfang war der Klang, das gesprochene, gesungene Wort, die menschliche Stimme, aus der heraus ein ganzer Kosmos an Mitteilungsformen erwachsen kann – im günstigsten Fall.
Die Stimme als Faszinosum, als Mittel, um höchste kulturelle Leistungen zu erbringen (man denke nur an die Opern dieser Welt), aber auch als ein Me -dium, in dem sich, ganz grob gesagt, «verschiedene sinnliche Momente ebenso wie der Geist in einem ausdrücken, ob der Einzelne sich das nun bewusst macht und machen will oder nicht», wie es die Philosophin Violetta L. Waibel umreißt.
Gemeinsam mit der Stimmkünstlerin Salome Kammer fungiert Waibel als Herausgeberin eines Buches, das sich mit der Geschichte der Stimme ebenso befasst wie mit konkreten Werken, in denen die Stimme zum «herausragenden» oder exemplarischen Ausdrucksinstrument wird: «Stimme – Ausdruck – Philosophie» ist das Ergebnis eines gleichnamigen, interdisziplinären Konzertsymposiums, das 2018 in der Universität Wien stattfand und in dessen Rahmen Salome Kammer ausgewählte Kompositionen aus rund 100 Jahren interpretierte, die nicht nur in ästhetischer Hinsicht, sondern auch für die Bedeutung und ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 36
von Jan Verheyen
Ein paar Zitate des Meisters aus Stratford kurven zu Beginn durchs Video. Wenn die Ouvertüre dann heißläuft, ist dort nur noch groß zu lesen: «Bla, bla, bla.» Keine an Shakespeare adressierte Blasphemie ist das, gemeint sind mutmaßlich Librettist Salomon Hermann Mosenthal und, als Mitschuldiger, der Komponist des Werks. «Die lustigen Weiber von Windsor», so sehr...
Ein Mann begegnet eines Tages jemandem, der genauso aussieht, wie er selbst – seinem Doppelgänger. Von Stund’ an wird der Titularrat Goljadkin im zaristischen Russland zum Objekt einer Bewusstseinsspaltung, die ihn schließlich in den Wahnsinn treibt. Soweit die Geschichte in Fjodor Dostojewskis Roman «Dvojnik» («Der Doppelgänger») von 1846. Eine Dystopie, schon...
Das ist ja wirklich mal eine grandiose Überraschung. Nicht, dass man dem Theater Luzern eine solche Wundertat nicht zutrauen würde – das Haus war schon oft für Überraschungen gut. Aber das jetzt, das ist wirklich umwerfend. Antonio Vivaldis «Giustino», geschickt gekürzt auf eine Netto-Spielzeit von zweieinhalb Stunden, also immer noch recht lang, aber so süchtig...
