Doppelte Botschaften
Im Anfang war das Wort. Nicht jedoch das geschriebene. Im Anfang war der Klang, das gesprochene, gesungene Wort, die menschliche Stimme, aus der heraus ein ganzer Kosmos an Mitteilungsformen erwachsen kann – im günstigsten Fall.
Die Stimme als Faszinosum, als Mittel, um höchste kulturelle Leistungen zu erbringen (man denke nur an die Opern dieser Welt), aber auch als ein Me -dium, in dem sich, ganz grob gesagt, «verschiedene sinnliche Momente ebenso wie der Geist in einem ausdrücken, ob der Einzelne sich das nun bewusst macht und machen will oder nicht», wie es die Philosophin Violetta L. Waibel umreißt.
Gemeinsam mit der Stimmkünstlerin Salome Kammer fungiert Waibel als Herausgeberin eines Buches, das sich mit der Geschichte der Stimme ebenso befasst wie mit konkreten Werken, in denen die Stimme zum «herausragenden» oder exemplarischen Ausdrucksinstrument wird: «Stimme – Ausdruck – Philosophie» ist das Ergebnis eines gleichnamigen, interdisziplinären Konzertsymposiums, das 2018 in der Universität Wien stattfand und in dessen Rahmen Salome Kammer ausgewählte Kompositionen aus rund 100 Jahren interpretierte, die nicht nur in ästhetischer Hinsicht, sondern auch für die Bedeutung und ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 36
von Jan Verheyen
Zwei Frauen in einem Kleid? Na, das kann ja heiter werden. Im Fall der jungen, aufstrebenden Sopranistin Eva Zalenga und der formidablen Pianistin Doriana Tchakarova aber trifft das Bild, mit dem das Cover ihres Debütalbums geschmückt ist, den Kern der Causa. Beide verbindet eine längere Zusammenarbeit, die nun Ausdruck findet in einer CD, die wiederum jene engen...
Seine große Zeit als Metapher hatte der deutsche Wald im 19. Jahrhundert. Am Beginn des 20. mutierte er dann zum psychoanalytisch gedeuteten Motiv, etwa bei Schönbergs sperrigem Monodram «Erwartung» (1909), aber auch in Ethel Smyths Musiktheater «Der Wald» von 1902. In Wuppertal kombinieren Regisseur Manuel Schmitt und GMD Patrick Hahn beide Bühnenwerke...
Für Richard Wagner war die Sache einfach: «Wahn, Wahn, überall Wahn.» Beim Blick auf die Welt möchte man ihm beinahe zustimmen. Doch ganz so leicht ist es eben letztlich nicht. Es gibt Unterschiede. Feine Unterschiede. Sie betreffen die Wahrnehmung dessen, was mit dem Topos «Welt» beschrieben ist. Diese Welt ist ja nicht nur die Welt für alle und niemanden (wie...
