Donizetti: Lucia di Lammermoor
Wenige Tage nach dem Tod Benno Bessons brachte sein legendärer Ausstatter aus Zeiten der Zusammenarbeit an der Volksbühne und dem Deutschen Theater Berlin seine erste Inszenierung eines italienischen Melodramma heraus. Doch Ezio Toffoluttis «Lucia di Lammermoor» am Essener Aalto-Theater machte schmerzlich spürbar, was wir an Besson verloren haben: Sie ist szenisch ein Fiasko.
Die starre Personenführung, wenn dieses Wort für das plumpe Rampentheater überhaupt angebracht ist, wirkt wie bei der ersten Stellprobe stehen geblieben, Einfälle wie das karnevalistische Hochzeitsfest mit maskierten Kindern – die Kostüme siedeln das Stück Anfang des 20. Jahrhunderts in Großbritannien an – hinterlassen in ihrer Ungeformtheit einen peinlichen Eindruck. Dass Edgardo beim Ringtausch mit Lucia seinen blauen Mantel als unfreiwilliges Liebespfand liegen lässt und sie ihn beim Hantieren mit ihrem Brautkleid in der Wahnsinnsszene trägt, schafft nur einen plumpen szenischen Zusammenhang. Selbst der Ausstatter Toffolutti versagt: Ein Zwischenvorhang à la Caspar David Friedrich mit romantischer Gräberlandschaft und gestrandeten Booten verspricht Atmosphäre, die aber trotz leichter Verschleierung der ...
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Vorwärts in...
