Diskussion Musikkritik
Es war viel Arbeit, aber auch ein großes Vergnügen: Als Vorbereitung für das Jubiläumsfest und für dieses Jahrbuch haben wir alle Hefte der «Opernwelt» aus fünfzig Jahrgängen durchgesehen. Manchmal mit einer gewissen Scheu: Wie hat die Redaktion von damals auf die gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 reagiert? Hatte «Opernwelt» eine gute Nase für wirklich zukunftsträchtige Talente? Sind zentrale Uraufführungen und Inszenierungen richtig eingeschätzt worden? Die Antwort fiel beruhigend aus.
Natürlich sollte die Geschichte manchmal anders entscheiden als der einzelne Kritiker. Einen Verriss von Gershwins «Porgy and Bess» (als Stück!) würde heute niemand mehr drucken. Ansonsten aber war es für uns, die heutige Redaktion, beeindruckend und informativ, wie die Kollegen verschiedener Generationen die Zeitschrift auf der Höhe der Zeit gestaltet haben.
Natürlich haben sich Diktion und Inhalte gewandelt. Manche Themen begleiten «Opernwelt» aber auch durch die Jahrzehnte. Auf den folgenden Seiten sind einige Texte zusammengestellt, über die wir uns besonders gefreut oder amüsiert haben: «Opernwelt» als Ratgeber zum Beispiel. Oder als Forum für den Diskurs. Oder als Podium für eine ...
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Kunst kommt von Kontinuität. Das ist eines der Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage unter 50 Opernkritikern. Basel war 2009 als erstes Theater der Schweiz Opernhaus des Jahres, und es kann diesen Titel auch 2010 weiterführen. Hintereinander gab’s ihn bislang nur für Stuttgart, und das ist eine Weile her. Der Basler Erfolg hat wesentlich mit der klugen,...
Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles...
Christoph Schlingensief war ein Passions-Künstler und Ritual-Verweser. Vieles bei ihm kam aus Wagners Opernwelt – und führte wieder in diese zurück: Das Gesamtkunstwerk wird globalisiert und lokalisiert zugleich, das gilt für Bayreuths Grünen Hügel wie für die Grünen Hügel Afrikas. Schlingensiefs Tod zwingt erneut zum Nachdenken über Kunst und Leben.
Es war gewiss...
