Aus der Werkstatt
Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles Repertoire spielen können, sonst wird er nicht aufgenommen. Der junge Instrumentalist hat vermutlich mit dem Klavierspielen angefangen, als er fünf war.
Aber Sänger, besonders Männer, die erst nach dem Stimmwechsel richtig anfangen können – wenn sie nicht aus Knabenchören kommen, was zwar musikalisch sehr bildend, aber gesangstechnisch problematisch sein kann –, wissen über das Singen oft gerade so viel, wie sie glauben, sich von Pavarotti-Aufnahmen abgehört zu haben. Deswegen kann es natürlich auch unter den relativ Begabten viele Fehlentwicklungen bereits vor Studienbeginn geben. Zu sagen, dass Anfängerunterricht weniger bedeutsam ist als der Unterricht im Hochschulstudium, ist ein schwerer Irrtum. Es gibt Privatlehrer, die da wirklich hervorragende Grundlagenarbeit leisten. Gesangsunterricht basiert immer bis zu einem ...
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Kunst kommt von Kontinuität. Das ist eines der Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage unter 50 Opernkritikern. Basel war 2009 als erstes Theater der Schweiz Opernhaus des Jahres, und es kann diesen Titel auch 2010 weiterführen. Hintereinander gab’s ihn bislang nur für Stuttgart, und das ist eine Weile her. Der Basler Erfolg hat wesentlich mit der klugen,...
Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement»....
Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko...
