Dienerinnen und Königinnen
Fast nicht zu glauben: Zwei Jahrhundert-Sängerinnen feiern in diesem Frühjahr ihren 100. Geburtstag. Die Sopranistin Magda Olivero ging am 25. März voran, die Mezzosopranistin Giulietta Simionato wird am 12. Mai folgen. Zwei lebende Legenden, deren Bühnenwege sich nur selten gekreuzt haben, die sich aber in ihrem Perfektionsdrang und in ihrem künstlerischen Credo sehr ähnlich waren: «Io son l’umile ancella del genio creator» (Ich bin nur die demütige Magd des schöpferischen Genius).
Mit diesen Worten beginnt die Auftrittsarie der Adriana Lecouvreur in Francesco Cileas gleichnamiger Oper, in der die beiden Primadonnen am 28. November 1959 im Teatro San Carlo in Neapel zusammentrafen – eine Sternstunde. Der Mitschnitt der Aufführung fehlt in keiner Sammlung eines passionierten Liebhabers der italienischen Oper. Ähnlich waren sich die beiden großen Sängerinnen, die man mit Recht als «Bühnentiere» bezeichnen kann, auch in der Ablehnung des Theaterbetriebs. «Ein Milieu, das mir immer zuwider war» habe sie lange vom Theater entfernt, bekannte Magda Olivero in einem Interview, und Giulietta Simionato ging noch einen Schritt weiter, als sie in der Dokumentation «Opera Fanatic» erklärte, ...
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Wie für viele deutsche Theater traf auch für die Dresdner Semperoper der Begriff «Stunde null» nicht nur in ideologischem, sondern auch in ganz praktischem Sinn zu. Die Staatskapelle war in den nahen Kurort Bad Brambach evakuiert worden, die Sänger waren in alle Winde zerstreut, und selbst ein intaktes Ensemble hätte sich in der zerstörten Stadt zunächst einmal...
Die Opéra Comique gehört heute wieder zu den aktiven Pariser Opernhäusern. Die Direktion sieht es als primäre Aufgabe des Hauses an, «das französische Repertoire zu pflegen». Der Verständlichkeit des Textes komme dabei, wie stets in der französischen Operntradition, eine große Rolle zu. Konkret heißt das: Auf der Bühne der Salle Favart uraufgeführte Werke wie...
Flüchten und ankommen. In dieser Spannung ist wohl auch der «Olympier» Richard Strauss zu sehen, dessen – von seinen literarischen Mitarbeitern wie Hugo von Hofmannsthal oder Joseph Gregor heftig geförderte – Griechenland-Manie vielfältig motiviert gewesen sein muss. Als Jugenderlebnis ausschlaggebend sicherlich Nietzsches flammende Altphilologie, dabei aber auch...
