Die Funken sprühen

Salieris «Cublai, gran kan de‘ Tartari» mit Christophe Rousset

Opernwelt - Logo

Nicht bloß Johann Strauss, der Walzerkönig, sondern auch ein vermeintlicher König der Intrigen kommt 2025 zu Ehren. Denn Antonio Salieri, vor 275 Jahren in Legnano geboren und vor 200 Jahren in Wien verstorben, hat bis heute keine gute Presse. Auch Peter Shaffer und Miloš Forman förderten die Vermutung, der eifersüchtige Salieri habe seinem jüngeren Konkurrenten nicht nachsehen wollen, dass dieser eben jenes Genie war, dem er selbst bloß neidisch hinterherhecheln konnte.

So verbreitete auch «Amadeus» jene gern geglaubte Fake Story, Salieri sei für Mozarts Tod verantwortlich. In Wahrheit war der kaiserliche Hofcompositeur überaus erfolgreich, vor allem als Musik-Manager, als «Macher», der seine Finger in allen möglichen Projekten hatte und der Musikszene seiner Wahlheimat Wien viel Gutes tat.

Dabei war er nicht unbedingt ein Mann der Bücklinge. Er riskierte durchaus die Ungnade der Mächtigen, mit dem Dramma eroicomico «Cublai, gran kan de’ Tartari» etwa den Zorn seines Dienstherrn, des Kaisers. Denn das Werk war als Parodie auf die Zustände am Hof des Zaren Peter des Großen und seiner zweiten Frau Katharina gemeint. Die Russen aber waren damals Verbündete Josephs II. im Krieg gegen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 36
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Mit Speck ins Nirwana

Die Schurken gurken – genau zur Sau», singt der über verfließende Zeit und deren Stillstand gebietende «Anhalter», musikalisch symbolisiert durch Trompete und Cembalo im Habitus barocker Ariosi. Diese das Stück strukturierende Spielmacher-Figur ist vieles zugleich: Oratorien-Testo, Mentor der zu Superhelden mutierenden vier Schulkinder auf ihrer Heldenreise,...

Zwischen Himmel und Hölle

Der Salone al Piano Mobile im Palazzo Bonelli zu Rom knisterte förmlich vor Spannung an diesem Ostersonntag des Jahres 1708. Und das hatte einen guten Grund: Zur Uraufführung gelangte ein Oratorium des studienhalber in der Stadt am Tiber weilenden Hallensischen Komponisten Georg Friedrich Händel. Marchese Francesco Maria Ruspoli, der Hausherr, hatte ihm eigens den...

Das Stück schlägt zurück

Das Misstrauen des Regisseurs ist groß gegenüber dem «Rosenkavalier» von Richard Strauss. Im Programmheft zur neuen Produktion in Hannover berichtet Christian Stückl, gebürtiger Oberammergauer, Intendant des Münchner Volkstheaters und für 2030 erneut als Spielleiter für die Passionsfestspiele in seinem Heimatort vorgesehen, von seinen Schwierigkeiten, in dieser...