Die Funken sprühen
Nicht bloß Johann Strauss, der Walzerkönig, sondern auch ein vermeintlicher König der Intrigen kommt 2025 zu Ehren. Denn Antonio Salieri, vor 275 Jahren in Legnano geboren und vor 200 Jahren in Wien verstorben, hat bis heute keine gute Presse. Auch Peter Shaffer und Miloš Forman förderten die Vermutung, der eifersüchtige Salieri habe seinem jüngeren Konkurrenten nicht nachsehen wollen, dass dieser eben jenes Genie war, dem er selbst bloß neidisch hinterherhecheln konnte.
So verbreitete auch «Amadeus» jene gern geglaubte Fake Story, Salieri sei für Mozarts Tod verantwortlich. In Wahrheit war der kaiserliche Hofcompositeur überaus erfolgreich, vor allem als Musik-Manager, als «Macher», der seine Finger in allen möglichen Projekten hatte und der Musikszene seiner Wahlheimat Wien viel Gutes tat.
Dabei war er nicht unbedingt ein Mann der Bücklinge. Er riskierte durchaus die Ungnade der Mächtigen, mit dem Dramma eroicomico «Cublai, gran kan de’ Tartari» etwa den Zorn seines Dienstherrn, des Kaisers. Denn das Werk war als Parodie auf die Zustände am Hof des Zaren Peter des Großen und seiner zweiten Frau Katharina gemeint. Die Russen aber waren damals Verbündete Josephs II. im Krieg gegen ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 36
von Gerhard Persché
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