Das Stück schlägt zurück

Strauss: Der Rosenkavalier HANNOVER | STAATSOPER

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Das Misstrauen des Regisseurs ist groß gegenüber dem «Rosenkavalier» von Richard Strauss. Im Programmheft zur neuen Produktion in Hannover berichtet Christian Stückl, gebürtiger Oberammergauer, Intendant des Münchner Volkstheaters und für 2030 erneut als Spielleiter für die Passionsfestspiele in seinem Heimatort vorgesehen, von seinen Schwierigkeiten, in dieser «Komödie für Musik» das Komödiantische auch zu erkennen.

Lieber verweist er auf jene Elemente des Werks, die aus heutiger Sicht politisch unkorrekt sind: das übergriffige Verhalten des Baron Ochs, das Auftauchen eines farbigen Pagen, der in Hofmannsthals Text, wie damals üblich, mit dem N-Wort belegt wird.

Der Page wird von Stückl einfach weggelassen, weshalb die Marschallin im ersten Akt etwas länger als sonst auf das Frühstück warten muss: Zum orientalisch kolorierten Marsch passiert zunächst gar nichts, dann treten im Gänseschritt drei Zimmermädchen des mediterran-feudalen Hotels auf, in dem diese Inszenierung spielt, mit Häubchen und Schürzchen. Eine ist etwas beleibter und bringt beim Hereingehen noch einmal ihren mächtigen Busen in Form. Die Komik trifft. Aber nimmt man Stückls strenge Moral zum Maßstab – wäre diese ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Clemens Haustein

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