Die Entdeckung des Himmels

Kosmos Händel: «Giulio Cesare in Egitto» im StaatenHaus Köln, «Serse» in Halle, «Saul» an der Komischen Oper Berlin

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Kosmos Barockoper. Wo die Sänger Edelgas zu atmen scheinen, so silberhell leuchtend klingen ihre Stimmen. Wo der Koloraturen-Höhenrausch den Normalzustand bedeutet und Töne wie tausend kleine Messer blitzen. Wo die Figuren aber auch alles Schablonenhafte ablegen, nahbar, durchlässig werden.

Warum hören und sehen wir den Opernhelden eines Georg Friedrich Händel, um den prominentesten Vertreter des Genres zu nennen, so gerne zu, wenn sie in diesen kruden Geschichten zwischen ihren Affekten vulgo Gefühlsextremen hin und her schießen? Drei Produktionen in Köln, Halle und an der Komischen Oper Berlin finden je eigene, ästhetisch sehr unterschiedliche Antworten.

Im StaatenHaus Köln auf dem Messegelände untergebracht steht mit «Giulio Cesare in Egitto» (in der Inszenierung von Vincent Boussard) nicht nur Händels, sondern die vermutlich erfolgreichste Barockoper überhaupt auf dem Programm. Das Gürzenich-Orchester sitzt direkt vor der Bühne, von Rubén Dubrovsky, einem nicht nur bei Originalklangkörpern derzeit viel gefragten Barockexperten, auf phänomenale musikalische Höhen geführt: Mit seismografischer Empfindlichkeit und Präzision wird da auf das Bühnengeschehen reagiert. Dubrovsky ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Werner Kopfmüller

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