Die Dinge reifen lassen

Christian Thielemann über die Notwendigkeit der (Selbst-)Beschränkung

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Die Grundfrage für jeden Künstler lautet: Was muss ich tun, um in den Aufführungen höchste Qualität zu erreichen? Was kann ich tun, um diese Qualität zu halten oder sogar zu steigern? Die Erfahrung zeigt, dass jeder diese Frage für sich anders beantwortet. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ständig in der Welt unterwegs sein müssen, um Bestleistungen zu bringen. Und es gibt andere, die den Reisezirkus als Belastung empfinden – auch wenn nur wenige das offen zugeben.

Wie immer man sich entscheidet – man sollte die Verantwortung nicht auf andere schieben.

In der Kunst ist es wie im Leben, wenn man sich zu viel vornimmt – letztlich ist man selbst schuld daran und muss für die Folgen geradestehen. Wenn Sängerinnen oder Sänger zu viel singen, bekommen sie irgendwann Probleme mit der Stimme. Wir kennen diese Beispiele.

Bei Dirigenten ist das ein bisschen anders. Und doch auch wieder nicht. Wer von Anfang an in der Welt herumfährt, ist vielleicht nie durch die Schule des Stadttheaters gegangen und hat dort nie das Handwerk des Kapellmeisters kennengelernt. Ein Dirigent ist zunächst einmal Handwerker. Und dieses Handwerk muss er lernen. Wo könnte er das besser tun als in den kleineren ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 99
von Christian Thielemann

Vergriffen
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