Dichte durch Aussparung
Das ging schnell. Im Oktober 2017 erlebte Aribert Reimanns «L’Invisible» seine Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin, ein halbes Jahr später lag das Stück bei Oehms auf CD vor. Ein Zusammenschnitt von drei Vorstellungen samt Generalprobe in Zusammenarbeit mit dem rbb. Das Ensemble des Staatstheaters Braunschweig, wo Operndirektorin Isabel Ostermann das Stück ab 25. Mai 2019 angesetzt und für die Regie Tatjana Gürbaca gewonnen hat, wird es also bei der Einstudierung leichter haben als die Kollegen in Berlin.
Das Nachspielen neuer Stücke ist bekanntlich genauso wichtig wie die Uraufführung selbst. «L’Invisible» wird zweifellos in Braunschweig andere Schichten freigeben als in Berlin (wo Vasily Barkhatov inszenierte).
Ein Spätwerk des 1936 geborenen Komponisten, das eine lange Inkubationsphase hat. In der Hoch-Zeit der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz kamen dort 1985 Maeterlincks Einakter «Der Eindringling», «Interieur» und «Die Blinden» heraus, inszeniert von Wolf Redl. Der Abend war damals durchaus umstritten, Maeterlinck galt einigen Kritikern als verstaubt, mit dem Theater der 1980er-Jahre hatte er wenig zu tun. Doch die Dinge ändern sich, und Musiktheater gehorcht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 42
von Stephan Mösch
Sie stehen für eine unorthodoxe, sinnesprall-sinnstiftende Werktreue, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt, aber immer lange nachklingt: der Regisseur Stefan Herheim und der Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach. Was befeuert die Teamarbeit des Duos, das zuletzt Debussys «Pelléas et Mélisande» in Glyndebourne, Rossinis «Cenerentola» in Lyon,...
Der sogenannte Dekabristenaufstand im Jahr 1825 ist noch heute ein wichtiges Symbol russischer Freiheitsliebe. Gleichwohl wurde die tragische Geschichte bisher nur einmal vertont: Juri Schaporins Oper «Die Dekabristen» erlebte, von systemtreuen Historikern strengstens «überwacht», 1953 ihre Premiere – als Hurra-Parade über die verhängnisvoll-folgenreichen...
Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds...
