Der Überläufer
Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik war fantastisch, aber sonst habe ich mich schrecklich gelangweilt.
» Inzwischen ist die Beziehung eingerenkt – und mehr als das: Heute arbeitet Freese, auch aus logistischen Gründen, fast ausschließlich für die Komische Oper Berlin. «Das Schauspiel habe ich ganz zurückgefahren. Die Oper gebe ich niemals auf.»
Knapp zehn Jahre war Freese fester Hausfotograf am Deutschen Theater in Berlin. «Dabei habe ich mich so verschlissen, dass ich ein bisschen Erholung brauchte.» Neben seinen eigenen Bildern hat er verstärkt Arbeiten anderer Fotografen im Angebot: Seit etwa 20 Jahren führt Freese die Agentur Drama Berlin, die einen Schatz von mehreren Millionen Theater- und Opernfotos verwaltet. «Viele Kollegen tun sich sehr schwer, ihre analogen Fotos unter die Leute zu bringen» – das heißt: zu digitalisieren, zu betexten, die Rechte ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Das Theaterfoto, Seite 54
von Florian Zinnecker
Die Bebilderung von Liedzyklen und Oratorien ist ein riskantes Unterfangen, sind doch die meisten Werke so komponiert, dass sie ohne szenische Zutaten auskommen. Nicht immer lässt sich daraus ein Mehrwert generieren, wie es der Pianist und amtierende Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, 2014 bei Franz Schuberts «Winterreise» geschafft hat, die...
Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Also fangen wir mit dem Bekenntnis an, dass auch uns schon hanebüchene Schnitzer durchgerutscht sind. Da wurde zum Beispiel die «Traviata» mal kurz Puccini untergeschoben, ein gewisser Herr Hayden schaffte es sogar aufs Cover. Und keiner hat’s gemerkt. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen...
Zu einem Auftritt an der Met habe ich’s nie gebracht. Ich glaube auch kaum, dass es noch dazu kommt. Macht nichts; wahrscheinlich kämen wir, die Met und ich, ohnehin nicht miteinander aus. Ich habe mir da das eine oder andere angesehen: Stets schien mir das Publikum sehr betagt und konservativ. Wer nicht schon nach ein paar Takten selig schlummerte, beschwerte sich...
