Der Überläufer

Lange tat er sich mit singenden Menschen schwer. Heute foto­grafiert Iko Freese fast nur noch Oper. Und baut an einem Bildarchiv der Bühnenkunst

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Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik war fantastisch, aber sonst habe ich mich schrecklich gelangweilt.

» Inzwischen ist die Beziehung eingerenkt – und mehr als das: Heute arbeitet Freese, auch aus logistischen Gründen, fast ausschließlich für die Komische Oper Berlin. «Das Schauspiel habe ich ganz zurückgefahren. Die Oper gebe ich niemals auf.»

Knapp zehn Jahre war Freese fester Hausfotograf am Deutschen Theater in Berlin. «Dabei habe ich mich so verschlissen, dass ich ein bisschen Erholung brauchte.» Neben seinen eigenen Bildern hat er verstärkt Arbeiten anderer Fotografen im Angebot: Seit etwa 20 Jahren führt Freese die Agentur Drama Berlin, die einen Schatz von mehreren Millionen Theater- und Opernfotos verwaltet. «Viele Kollegen tun sich sehr schwer, ihre analogen Fotos unter die Leute zu bringen» – das heißt: zu digitalisieren, zu betexten, die Rechte ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Das Theaterfoto, Seite 54
von Florian Zinnecker

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