Der Tod und die Sonnenblumen
Viel Euphorie beim Mittagessen. Zürichs Opernintendant Alexander Pereira sprach voller Freude und fast schon bewegt von der Übereinkunft, die er mit Franz Welser-Möst erzielt hat. Zunächst Chefdirigent, dann, als er zum Music Director des Cleveland Orchestra avancierte, nur noch «Principal Conductor», will der unterdessen Fünfundvierzigjährige österreichische Dirigent sich wieder stärker einbringen und trägt dafür einen für Zürich neuen Titel: den des Generalmusikdirektors.
Viel Puccini-Flair dann am Abend.
Welser-Möst hatte die für den verstorbenen Marcello Viotti gedachte «Bohème»-Einstudierung übernommen, und da war wieder, was Pereira so an ihm gepriesen hatte: die Zartheit, die Intimität seiner Interpretation. Es ist eine nachgerade seismografische Puccini-Annäherung. Da paaren sich die orchestralen Exaltationen mit den deskriptiven Impressionismen, verknüpfen sich die behutsam ertüftelten Holzbläserdetails mit dem ungeheuer geduldig, mitunter geradezu zeitlupenhaft ausgekundschafteten Melos, bei Mimis aufs Liebevollste ertastetem Auftritt etwa. Und da wölben sich die von langer Hand angesteuerten riesigen Ausdrucksbögen. Obendrein ein so gar nicht vordergründiger Puccini – ...
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