Der Tod und die Sonnenblumen
Viel Euphorie beim Mittagessen. Zürichs Opernintendant Alexander Pereira sprach voller Freude und fast schon bewegt von der Übereinkunft, die er mit Franz Welser-Möst erzielt hat. Zunächst Chefdirigent, dann, als er zum Music Director des Cleveland Orchestra avancierte, nur noch «Principal Conductor», will der unterdessen Fünfundvierzigjährige österreichische Dirigent sich wieder stärker einbringen und trägt dafür einen für Zürich neuen Titel: den des Generalmusikdirektors.
Viel Puccini-Flair dann am Abend.
Welser-Möst hatte die für den verstorbenen Marcello Viotti gedachte «Bohème»-Einstudierung übernommen, und da war wieder, was Pereira so an ihm gepriesen hatte: die Zartheit, die Intimität seiner Interpretation. Es ist eine nachgerade seismografische Puccini-Annäherung. Da paaren sich die orchestralen Exaltationen mit den deskriptiven Impressionismen, verknüpfen sich die behutsam ertüftelten Holzbläserdetails mit dem ungeheuer geduldig, mitunter geradezu zeitlupenhaft ausgekundschafteten Melos, bei Mimis aufs Liebevollste ertastetem Auftritt etwa. Und da wölben sich die von langer Hand angesteuerten riesigen Ausdrucksbögen. Obendrein ein so gar nicht vordergründiger Puccini – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Juwel, Kleinod – die Begriffe liegen nahe. Denn nichts anderes ist’s, was sich im Kurpark von Bad Wildbad mit viel ehrenamtlichem Nachdruck frisch renoviert präsentiert. Pastellfarben – Rostrot, Lindgrün, Vanille: Wie eine Puppenstube wirkt das ehedem Königliche Kurtheater von 1864 im Vergleich zu manchem Riesenhaus. Zur Eröffnung des kleinen, feinen Festivals...
Im Jubiläumsjahr 2006 wollen die Salzburger Festspiele alle zweiundzwanzig Mozart-Opern szenisch aufführen. Die großen Stücke werden von den Festspielen selbst produziert. «Don Giovanni» und «La clemenza di Tito», von Martin Kusej inszeniert, liegen schon vor. In Herrmann-Inszenierungen existieren bereits «Così fan tutte» und, noch aus der Mortier-Ära, «Idomeneo»....
Von den Protesten, die der Bayreuther «Ring»-Produktion 1976 entgegenschlugen, können sich viele, die nicht dabei waren, heute kaum noch eine Vorstellung machen. Dass grimmig blickende Menschen mit Transparenten um das Festspielhaus liefen, auf denen, groß und ernst gemeint, ein Alberich-Zitat stand, war dabei noch das Geringste: «Verflucht sei dieser ‹Ring›»....
