Der letzte Tannhäuser?
Katastrophal. Man hört dieses Wort oft, wenn man derzeit mit Theaterleuten in Mecklenburg-Vorpommern spricht. Zu oft, um es als Jammerruf oder Panikmache empfindlicher Künstlerseelen abzuhaken. Es sieht tatsächlich nicht gut aus für die Bühnen zwischen Stralsund und Greifswald, Schwerin und Rostock, Neubrandenburg und Anklam. Anfang der neunziger Jahre hat das Land die Zuwendungen eingefroren. Und mehr als die 35,8 Millionen Euro, die seitdem in den Haushalt eingestellt sind, soll es auch bis 2020 nicht geben.
Tariferhöhungen? Steigende Preise für Energie und Material? Dafür sollen die Theater selbst geradestehen. Mehr Karten verkaufen, effizienter arbeiten, die Kosten drücken. Sparen lasse sich immer irgendwo, tönte es auch aus den Kommunen und Kreisen, wenn das Geld mal wieder knapp wurde. Fast zwei Jahrzehnte geht das nun schon so. Die Folge: eine schleichende Auszehrung, die irgendwann zum Kollaps führen muss.
Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin, Flaggschiff der angeschlagenen Theaterflotte im dünn besiedelten Nordosten Deutschlands, könnte schon bald auf Grund laufen. Im November 2011 stand das zum 125-jährigen Betriebsjubiläum gerade erst fein herausgeputzte Haus am ...
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