Bearbeitungen und Entdeckungen
Der Würzburger Komponist und Hochschullehrer Marcus Maria Reißenberger ist hauptsächlich mit Bearbeitungen hervorgetreten, geht dabei aber den umgekehrten Weg wie Liszt und Busoni, die meist größer besetzte Werke fürs Klavier transkribierten. Jetzt hat Reißenberger Lieder Schumanns und Klavierminiaturen aus dessen «Waldszenen» für ein kleines Ensemble aus zehn Musikern arrangiert, das Ganze zu einem Zyklus zusammengebunden und diesen durch eine mit Versen Eichendorffs textierte Version von «Der Dichter spricht», dem Schlussstück der «Kinderszenen», abgerundet.
Ziel seiner Transformation war es, die Lebendigkeit von Schumanns originalem Klaviersatz zu erhalten, ihn gleichzeitig aber mit einer instrumentalen Farbenpalette zu übertreffen. Das konnte nur schiefgehen – sei es durch die Hervorhebung einzelner Stimmen, einen mulmigen Breitklang oder ein kitschig wattiertes Bassfundament wie in der «Mondnacht». Reißenberger beruft sich auf Schönberg. Aber wenn Schönberg arrangiert, dann will er entweder (wie in seiner Orchesterversion von Brahms‘ Klavierquartett g-Moll) Stimmen hörbar machen, die sonst untergehen, oder er verfolgt (wie in den zahlreichen Bearbeitungen für den «Verein für ...
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