Der ganz normale Wahnsinn
Frau Rae, Frankfurt war Ihr Erstengagement, seitdem sind Sie dort. Hatten Sie das so geplant?
Ich dachte erst, ich bleibe nur zwei oder drei Jahre. Intendant Bernd Loebe und ich sprechen jedes Jahr miteinander, um zu entscheiden, welche Partien richtig und wichtig für mich sind. Und so ging es immer weiter. Es ist gut, ein solches Zuhause zu haben. Wenn man nur gastiert, findet man kaum eine persönliche Basis. Der Kopf ist dann zu belastet mit vielen anderen Dingen.
Bekamen Sie in Frankfurt auch Partien angeboten, an die Sie wenig oder nie gedacht hätten?
Maria Stuarda war so ein Fall, da war ich skeptisch. Bald war dann klar: Wenn ich das mache, dann nur konzertant – da kann ich «gesund» singen.
Eine recht tiefe Partie ...
Genau. Aber es funktionierte. Hohe Töne hatte ich schon immer, für mich war es wichtig, auch die Tiefe zu entwickeln. Mit meinem Gesangslehrer arbeite ich weniger an der hohen, sondern an der Mittellage. Man muss bedenken: Ich bin noch ziemlich jung, aber ich werde ja älter. Und die Koloraturpartien sind eher für Jüngere, auch weil die Intendanten das so besetzen. Also muss ich mich rechtzeitig nach anderem umsehen.
Es gibt einige Beispiele, wo Fach-Kolleginnen nicht ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Markus Thiel
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht...
In den 50er- und 60er-Jahren war Elisabeth Schwarzkopf die «andere Primadonna». Doch nach ihrem Abschied von der Bühne 1972 in Brüssel (als Marschallin) und vom Podium 1979 in Zürich blieb ihr Nachruhm gloriolenfrei. Nur gelegentlich wurden ihre Aufnahmen wieder aufgelegt, selten tauchte ihre Stimme (wie die der Callas) als Gefühlsverstärker in Filmen oder in der...
Wenn eine Sopranistin unserer Zeit mit besonderer Emphase als «Mozart-Sängerin» bezeichnet werden kann, dann Dorothea Röschmann. Obwohl sie ein breites Repertoire beherrscht, neben Agathe («Freischütz») auch die Marschallin («Rosenkavalier») oder Elsa («Lohengrin») singt, stehen die großen Sopranpartien Mozarts bis heute im Mittelpunkt ihres Wirkens. Nach einigen...
