Der erste Streich

Melancholischer Zauber auf Rossinis Pfaden: «Adelson e Salvini»,eine Studentenarbeit des 23-jährigen Vincenzo Bellini

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Was wäre italienische Oper ohne die Konservatorien in Neapel? Die einst größte Stadt Italiens zog Begabungen aus allen Provinzen des Südens an. Im 18. Jahrhundert etwa Pergolesi, Porpora, Cimarosa und Spontini, im 19. Mercadante und Bellini. Inzwischen war die Ausbildung nach Pariser Vorbild perfektioniert worden. Fortgeschrittene Kompositionsschüler durften mit ihren Kommilitonen eigene Opern aufführen. So auch Vincenzo Bellini an einem unbekannten Tag Anfang 1825.


Gewählt wurde eine opera semiseria mit gesprochenen Dialogen, die der Hoflibrettist Tottola 1816 für den längst vergessenen Valentino Fioravanti eingerichtet hatte. Die wirre Geschichte bündelt zahlreiche Irrungen und Knalleffekte: Auf Adelsons Landsitz in Irland lebt der Maler Salvini aus Rom, der dieselbe Nelly liebt wie sein Freund und Gönner. Nach einem Selbstmordversuch Salvinis, einem Brandanschlag und der gescheiterten Entführung Nellys, bei der diese scheinbar ums Leben kam, kann der liebeskranke Maler von Glück sagen, dass ihm Milord anlässlich seiner Hochzeit mit der Umworbenen verzeihen wird.

Solche sentimentalen Wechselbäder waren ganz nach dem Geschmack des 23-jährigen Bellini. Nellys Auftrittsarie (1825 ...

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Anselm Gerhard

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