Der doppelte Spiegel
Die Frau, wir kennen sie. Stella, der Stern. Hoffmanns Idealgeliebte. Real erscheint sie nicht, nur als Phantasmagorie, als flammende Erinnerung des Dichters. Nach ihr sucht er, aber sucht er nicht vielmehr nach sich selbst? Es ist beides. Mit der Erzählung will er ihr nahekommen. Sie zurückerobern aus den Fängen der Gesellschaft, die sie unter ihrem Applaus verbirgt. Und so steht da eben Eric Cutler, dieser souverän, expressiv singende Tenor, und umfängt, anstelle Stellas, weiße Seide, die dreierlei ist: Hochzeitskleid, Primaballerina-Kostüm, Ballrobe.
Vieles erscheint als Trias in diesem Stück, das als nachgerade musikalisch-philosophisches Resümee eines Lebens gelten darf, das danach trachtete, sich selbst in ein Kunstwerk zu verwandeln. Drei Stufen ein und desselben Raumes gibt es: eine Wirklichkeit, zwei Spiegelbilder. Vorne Hoffmanns Erzählraum. Dahinter der Projektionsraum für Assoziationen. Auf der dritten Ebene agiert meist das Volk (der vokal wie darstellerisch exzellente Sächsische Staatsopernchor), doch nicht starr. Wenn das Geschehen sich zuspitzt, schwemmt die Masse ihren Körper in Hoffmanns Welt hinein.
Diese Welt sieht sich beschrieben als Ort der rückwärts ...
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