Der Blick zurück

Verdi: Rigoletto GRAZ | OPER

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Babyfreuden im Hause Rigoletto! Eng umschlungen fahren die Eltern ihren Kinderwagen spazieren, an dem ein herzförmiger roter Luftballon befestigt ist. Er wird später an Gildas Kleidung zitiert werden. Doch so idyllisch bleibt die stumme Szene während des Vorspiels nicht: Der Klammergriff ihres Mannes wird der Mutter zunehmend unangenehm.

Sie entwindet sich der Liebe, die ihr die Luft abschnürt, stürmt in einer spontanen Flucht eine weiße Freitreppe hinauf, die im Dunkel des Bühnenhintergrunds endet: ein Todessprung à la Tosca?

Nein, nur ein Verschwinden aus Familie und Handlung – nicht aber aus dem Kopf Rigolettos: In diesem wird sie weiter herumspuken, den ganzen Abend lang. Vorerst aber bleibt er perplex erschüttert als alleinerziehender Vater übrig – und bekommt von seinem späteren Doppelgänger Sparafucile den klassischen Buckel umgeschnallt. Nun ist er, durch diese für ihn unfassbare Trennung, gezeichnet fürs Leben. Nicht ein ungnädiges, zufälliges Schicksal, sondern Rigoletto selbst war es also, der sein Familienglück zerstört und mit seinem besitzergreifenden Wesen den Grundstein auch für die späteren tragischen Ereignisse gelegt hat: Das ist die Grundidee von Ute M. ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 61
von Walter Weidringer

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