Das Weinbergprinzip
Die Elbphilharmonie in Hamburg, dort wo die Stadt am meisten sie selbst ist, mitten im Hafen, angrenzend an die historische Speicherstadt, ist ein aus Stein, Stahl und Glas gefügtes Paradox. Hätte man anfangs gewusst, wie teuer der Bau nun geworden ist (866 Millionen Euro), er wäre nie in Angriff genommen worden. Von der Grundsteinlegung 2007 bis zur Schlüsselübergabe im Oktober 2016 schien er allein Inbegriff des Versagens öffentlichen Bauens zu sein (siehe OW Jahrbuch «Oper 2016»).
Doch seit der Freigabe der für Jedermann zugänglichen Plaza und der Außenterrasse im achten Stock am 4. November verblasst dieser «Ruhm» beinahe rasend: wie kollektiv besoffen erschienen die Architekturbesprechungen, nachdem ein Blick in den großen und kleinen Konzertsaal geworfen werden durfte, in die Kaistudios, die für Kinder- und Jugendarbeit vorgesehen sind.
Der signethafte Wellenkristall auf dem alten Kakaospeicher scheint sich im Inneren, in der vielfach durch Treppen gegliederten Raumfolge, die an das Organische eines Muschelgehäuses erinnert, ohne freilich labyrinthische Ohnmachtsgefühle auszulösen, zu verflüssigen. «Selbstidentität» heißt das in der Sprache der Architekten ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Götz Thieme
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theateraachen.de
– Macbeth: 6.
– Anatevka: 7., 20., 31.
– Orphée et Eurydice: 8.
– Puccini, Il Trittico: 15....
Was wäre die Operngeschichte ohne Prosper Mérimée? Bizets «Carmen» wie Offenbachs «La Périchole» verdanken sich Erzählungen des schreibenden Juristen, der im Hauptberuf als Frankreichs oberster Denkmalschützer wirkte. Sein 1829 erschienener Roman «1572. Chronik der Herrschaft Karls IX.» wurde gar zweimal aufgegriffen: in Meyerbeers blutiger Historienoper «Les...
Seltsam, dass das im Nationaltheater München keiner komisch findet. Wenn die Solo-Posaune, drastisch vom b übers a und as zum g herabschmierend, postkoitale Erschlaffung illustriert und acht Takte später noch dreimal, im Gestus ähnlich, mit fallender Sekunde von versiegender Manneskraft quäkt. Es ist eine berühmt-berüchtigte Opernszene, unverstellt hat Dmitri...
