Das Recht der ersten Nacht

Eva-Maria Westbroek debütiert in Brüssel glanzvoll als Puccinis Manon Lescaut

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Selbst ein wirklich spannendes Opernhaus kann nicht immer nur wichtige Premieren vorlegen. Bisweilen müssen einfach auch Interessen bedient werden. Doch die kann man gut eintüten, etwa mit spannenden Sängern, wenn zum Beispiel das Publikum mal wieder eine italienische Oper einfach nur genießen möchte. So wie das jetzt am Brüsseler Théâtre de la Monnaie geschehen ist, wo Puccinis Manon Lescaut freilich in eine thematische Reihe mit Bergs Lulu und Verdis La traviata gestellt wurde.

Das Herausragende an dieser Premiere war schnell klar: das Rollendebüt der Holländerin Eva-Maria Westbroek, die sich von London bis New York, Barcelona bis München längst in die erste Reihe der lyrisch dramatischen Soprane gesungen hat.

So wie sie hier schon mal als weibliche Fata Morgana vor ihrem eigentlichen Auftritt erscheint, könnte sie direkt aus ihrem umwerfenden Londoner Uraufführungserfolg als US-Sexgöttin Anna Nicole (Smith) kommen. Ähnlich wie ihre etwas ältere Kollegin Nina Stemme versucht Westbroek gegenwärtig eine Doppelstrategie: hier deutsches Repertoire, dort italienische Spinto-Rollen. So ist Puccinis vokal gar nicht so leichtes Mädchen nach der Leonora in La forza de destino schon die ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Fous, Seite 14
von Manuel Brug

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