Das Leben, beobachtet

Mozart-DVDs aus Paris und Madrid

Opernwelt - Logo

Neben der Pariser Opéra National ist es der Firma LGM und Radio France zu danken, dass Christoph Marthalers und Sylvain Cambrelings «Figaro» fünf Jahre nach seiner Salzburger Premiere nun auf DVD herauskommt. Die Sängerbesetzung im Palais Garnier 2006 ist im Wesentlichen die gleiche geblieben. Einzige Unterschiede: Christiane Oelze singt statt der Susanna nun die Gräfin; ins Ensemb­­le, vom Regisseur minutiös einstudiert, rückt dafür die Amerikanerin Heidi Grant Murphy.

Gerade diese Sängerin, die mit einer Vielfalt an Klangfarben und sehr individueller Mimik ein modernes Porträt der Susanna liefert, wird auf dem Fernsehschirm zum Aushängeschild von Marthalers vielschichtigem und doch so einfachem Umgang mit Mozart.
Wenn hier einmal mehr die Traurigkeit über die Langeweile der Welt als Marthaler’scher Grundgestus zu spüren ist, wird dies nicht zum pauschalen Weltschmerz. Das so pralle wie meisterhaft beobachtete Leben steht im Mittelpunkt. Allerdings sorgt nicht zuletzt das Fernsehen dafür, dass typische Marthaler-Figuren mit ihrer Uniformität und ausgestellten Zwanghaftigkeit eher an den Rändern der Handlung auftauchen – was zwar die kongenialen Sängerdarsteller ins rechte Licht, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: DVDs, Seite 53
von Matthias Nöther

Vergriffen
Weitere Beiträge
Requiem für eine Revolutionärin

Abenteuer und hochfliegende Ideale, Courage und eine tragische Liebe – das ist der Stoff, aus dem Opern gemacht werden. Und all dies findet sich in der Vita Olga Benarios. Die aus einer jüdischen Familie stammende, 1908 in München geborene Kommunistin lebte ein Leben der Extreme. Mit zwanzig organisiert sie in Berlin die Befreiung des Parteigenossen Otto Braun,...

Editorial

Eines der beiden Porträts in diesem Heft ist Siegfried Kurz gewidmet. Siegfried – wer? Aus dem öffentlichen Bewusstsein scheint der sächsische Dirigent fast verschwunden. Wenn wir für ihn mehrere Seiten ­reservieren, hat das zwei Gründe. Erstens hat Siegfried Kurz zentrale Opernaufführungen im Osten Deutschlands geleitet. Er führte «Moses und Aron» in Dresden zu...

Pountney trägt Prada

Emmanuel Chabrier (1841-1894) ist dem Musikfreund durch die mitreißende Orchestervignette «España» und die leidlich lustige «Tristan»-Quadrille geläufig. Seine drei Jahre vor Offenbachs Tod in dessen Bouffes Pari­siens uraufgeführte Opéra-bouffe «L’Étoile» (Der Stern) blieb ewiger Geheimtipp: weit über Offenbach gestellt von Debussy, 1941 ausgegraben von Desormière...