Das klinget so herrlich ...

... aber nur, wenn ein Chor vor sich jemanden hat, der mit Körperklängen umzugehen weiß – einen Könner wie Tilman Michael, der den «Chor des Jahres» leitet. Ein Porträt

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Georg Friedrich Händels «Hercules» an der Oper Frankfurt war in der Inszenierung von Barrie Kosky ein Triumph für die Sängerin Paula Murrihy als Dejanira – und für den Chor. Das liegt einerseits an Händel, der ihm eine so reflektierende, empathische, neugierige Rolle gibt, wie es einem (wenn auch opernnahen) Oratorium geziemt.

Das liegt andererseits am Regisseur, der in seiner ruhigen, reduzierten, aber gerade deshalb so intensiven Bewegungssprache den Chor des Hauses als einen Hauptakteur einsetzt, als eine agile Horde frecher Individuen, einen Schwarm, einen Trupp, einen Menschenklumpen, der jederzeit wieder in Dutzende Einzelne auseinanderfallen kann. Wie Quecksilber. Vor allem aber liegt es an diesem Chor selbst, dass er die ungewöhnliche Aufgabe zu einem so fulminanten Spiel gestaltet. Man kann sich vorstellen, dass die Sängerinnen und Sänger solche Situationen lieben.

Es gibt auch einen Moment in der weniger glücklichen neuen Frankfurter «Zauberflöte» (Regie: Ted Huffman), wo der Chor von Papagenos Glockenspiel – «das klinget so herrlich» – verzaubert und ohnmächtig heiter verwirbelt, fortgewirbelt wird. Es ist gut choreografiert, es ist hinreißend durchgeführt. Ja, es muss ...

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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 13
von Judith von Sternburg

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