Dämmerstunde
Der andalusische Komponist José María Sánchez-Verdú ist eine internationale Erscheinung: Er studierte in Madrid, Siena und Frankfurt am Main; er schrieb Bühnenwerke in mehreren Sprachen; er lehrt in Zaragoza und Düsseldorf; als Wohnorte gibt er Berlin und Madrid an.
Seine Ästhetik greift weit aus, umfasst aber auch den gleichsam heimatlichen Aspekt der arabischen Kalligrafie, was ihn, zusammen mit dezidierten Raumvorstellungen (Sánchez-Verdús «Raum der Erinnerung» gemahnt an Bernd Alois Zimmermanns «Kugelgestalt der Zeit»), zu einer besonderen, eher abstrakten als gegenständlich-narrativen, jedenfalls nichtlinear-postdramatischen Form von Theater führt.
In seiner neuen Arbeit folgt Sánchez-Verdú musikalisch der Spur seiner Stücke «Gramma», «Aura» und «Atlas», mit denen er auch an mitteleuropäischen Festivalorten Aufmerksamkeit erzielt hatte. Für «Argo» ließ er sich von Gerhard Falkner ein (deutschsprachiges) Libretto schreiben, das Momente griechischer Mythologie (zusammengebracht werden der Argonautenzug, dessen Schiff der Oper den Titel gab, die Orpheus-Sage und die Odyssee) zu einer Folge von tableaux vivants kombiniert. Der Untertitel «Dramma in musica» ist selbstverständlich ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Hans-Klaus Jungheinrich
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