Da lacht das Montags-Abo
Wissen die Frauen alles? Oder ist die Verkleidung der Kerle perfekt? Oder lassen sie doch wenigstens eine kleine Ahnung erahnen? Es ist, so scheint es aus Sicht der Regie, das zentrale Problem von «Così fan tutte». Dabei ist die Sache so simpel wie szenisch kompliziert: Man weiß es einfach nicht. Die Genialität von Mozarts und Da Pontes letztem Geniestreich liegt ja in seiner Offenheit: ein so frivoles wie herz -angreifendes Experiment zwischen realen Psychostudien und abstraktem Experiment.
Eindeutigkeit? Fehlanzeige – mag darüber auch hektoliterweise Konzeptschweiß vergossen werden.
Barrie Koskys aktuelle Wiener Anstrengung reiht sich nahtlos in diese Bemühungen ein. An der Staatsoper greift er zum Finale seines Da-Ponte-Zyklus auf ein steinaltes Mittel zurück: Man spielt Theater auf dem Theater. Eine Durchdringung der Realitäten und Ebenen. Die ist so durchschaubar wie apart und vor allem bis zur Pause extrem amüsant. Don Alfonso also im Regiestuhl, Despina eine zickige Assistentin mit Kaugummi, Kopfhörer und lesbischen Neigungen. Dazu zwei Paare, die zunächst Liebe nach Regiebuch schwören und zwar in einer Probensituation – bis die emotionale Verwirrung auch auf ihr «echtes» ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel
Aparte Idee: die Welt nicht als Buch oder philosophischer «Fall», sondern als Bauch, in ihrer Kugelgestalt würdig vertreten vor allem von einem Mann: Sir John Falstaff. Wuchtige zwei Yard misst sein Wanst, das muss genügen, um sich jeder Unbill couragiert entgegenzustellen oder, im Zweifelsfall, auch entgegenzuwerfen. Und wenn dann auch noch spanischer Sekt (wie...
Ein Triple infernale, zumindest für das Münchner Publikum: Krzysztof Pendereckis «Die Teufel von Loudun» bei den Opernfestspielen 2022, Bratt Deans «Hamlet» im vergangenen Jahr – und nun «Le Grand Macabre» von György Ligeti. Das ist schwer verdauliche Kost, die Intendant Serge Dorny da jeweils zum Auftakt des Festivals serviert(e). Zumal an einem Ort, wo der...
All die vielen kleinen Motive, die Leoš Janáček dem Duktus des Tschechischen abgelauscht und in rhythmische Floskeln, gackernde Holzbläsereinwürfe und prägnante Melodien übersetzt hat, rauschen sprechend an uns vorüber – mitunter in manischer Erregtheit, dann auch mal mit versteckter Hinterlist. Dirigent Alexander Joel hat mit dem Orchestre de l’Opéra de Lyon...
