Ich werde Sie nicht langweilen!
Ich weiß nicht, wohin ich von hier aus gehen werde, aber ich verspreche, ich werde Sie nicht langweilen», so lautete der mittlerweile ikonische Satz, mit dem David Bowie das Publikum ansprach, nachdem er während des Konzerts im New Yorker Madison Square Garden 50 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausgeblasen hatte. Und er hielt, was er versprach – das Chamäleon Bowie erfand sich ständig neu und überraschte sein Publikum bis zum Schluss. Auf seine Glam-Rock-Ära folgte die elektronische Periode, später die neoklassizistische Ära.
Bowie ging von einem Stil zum anderen und definierte jedes Genre, das er berührte, Song für Song neu.
Der Musiker hob jedes Genre auf ein neues Niveau und brachte es dem Mainstream näher, indem er aus dem, was bereits da war, etwas Neues schuf. Er vermischte die Genres und hatte einen unbestreitbaren Einfluss auf das gesamte Spektrum der westlichen Musik. Bowie wollte nicht nur Sänger auf der Bühne sein. Er wollte Theater und Musik verbinden und während seiner Shows eine fesselnde Atmosphäre schaffen. Er wollte experimentell sein, aber zugleich das breite Publikum ansprechen. Nicht ohne Grund war eines seiner letzten Werke das Musical «Lazarus», das er vor ...
Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Krystian Lada
Liebe Frau Baumgartner, können wir über Träume reden?
Ja, klar, auf jeden Fall.
Schön. Träumen Sie manchmal in Farbe?
Ich glaube, ich träume immer in Farbe. Ich habe Farben in meinen Träumen nie vermisst, das wäre mir aufgefallen; demnach müssen sie ja wohl vorhanden sein.
Vermissen Sie irgendwelche Farben?
Ich folge meist einem inneren Gefühl; das dockt irgendwo...
Die beiden Vivaldi-Opern, die im Juni in Venedig und Paris aufgeführt wurden, spiegeln in ihren Inszenierungen zwei ganz unterschiedliche Arten, wie Barockoper heute gezeigt werden kann: modernisiert oder eher klassisch. Welcher Ansatz trifft besser? Antonio Vivaldi jedenfalls schrieb seine Dramme in musica mit einer gewissen Lässigkeit. Es war nicht ungewöhnlich,...
Das ist ein genialer Kerl», notierte Alma Mahler in ihrem Tagebuch. Gemeint war jedoch nicht ihr Gatte Gustav, mit dessen Musik sie lebenslang fremdelte, sondern die Jugendliebe Alexander Zemlinsky. Während seine Opern «Eine florentinische Tragödie» und «Der Zwerg» mittlerweile regelmäßig auf den Bühnen zu erleben sind, war eine Erinnerung an sein letztes...
