Business oder Kunst?
Bis zu zweiundzwanzigtausend Zuschauer fasst die Arena di Verona, wenn man es mit den Sicherheitsvorschriften nicht so genau nimmt. Diese Besucherzahl erreicht man allerdings nur in Ausnahmefällen, mit besonders zugkräftigen Werken. Interessant ist dennoch, dass die Arena bereits dann kostendeckend arbeiten kann, wenn lediglich eine Auslastung bis zu viertausend Zuschauern stattfindet. So etwas gibt es aber fast nie. Zehn- bis zwölftausend zahlende Gäste sind es eigentlich immer. Wenn also ein Open-Air-Spektakel zum gewinnträchtigen Geschäft geworden ist, dann ist es Verona.
Das gilt in diesem Jahr besonders für «Aida» und «Bohème», wobei nur die Letztere künstlerische Ansprüche erheben konnte. Ein Totalausfall war der ohne untere Lage agierende Giorgio Surian (Ramfis), Tichina Vaughn als Amneris brachte nicht annähernd eine ihrem Körpervolumen entsprechende Stimme ein – schlechte Voraussetzungen für einen «Aida»-Abend. Dazu kamen Unsauberkeiten im Orchester und überlange Pausen, weil etwas hinter der Bühne den geplanten Ablauf hinderte, ohne dass Informationen ans Publikum gegeben wurden. Nur zwei Lichtblicke: Der eine war Salvatore Licitra, ein Radames mit wunderschönem ...
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Historische «Anfänge» sind immer heikel. Nachdem Wolfram Steude 1991 einen Brief Heinrich Schütz’ vorweisen konnte, der zweifelsfrei belegt, dass dessen von Friedrich dem Großen vorsätzlich vernichtete «Dafne» (1627), «die erste deutsche Oper», überhaupt keine Oper war und weil Sigmund Stadens «Seelewig» (1644), die «erste erhaltene deutsche Oper» (siehe OW...
In Theorie und Bühnenbild wirkt es schlüssig: die 1871 in Kairo uraufgeführte «Aida» ebendort anzusiedeln – nämlich in der luxuriösen Lobby eines britischen Kolonialhotels während des Krieges zwischen Großbritannien und Äthiopien (1876) und der Besetzung Ägyptens (1882) (Bühne: Dieter Richter). Doch im Laufe des Abends erweist sich, dass dieses Konzept nur an der...
Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
